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Papiersteine
Auch Steine sind OrtMarken. Selbstverständlich. Und Papiersteine erst recht. Sie entstehen momentan in Juergens Atelier – work in progress halt. Und er habe verdammt viel „rumgefummelt“, auch wenn man es nicht sehe, sagte er mir. Das Material: Papierreste, Kleber, Binder, Ponal und etwas Acrylfarbe. Jetzt liegen sie auf dem Boden, oder hängen an der Wand, aber fertig, das spüre er, seien sie noch nicht. Buchalov -
da kam ein Netzgedicht geflogen

Da kam aus heiterem Himmel per Mail ein Netzgedicht geflogen. Von Bess Dreyer. Inspiriert durch meinen Blogbeitrag über „Gitter und Netze“. Und sie schrieb:
im netz des tages
fängt sich am piano
operettenkoloratur
der pergamonaltar die marmorgötter
in wissenden gedichten
und dort das zierlich schwarze vögelchen
in trauer liest aus dem gedicht
des verstorbenen oleg jurjews
ehe es eigenes vortragen kann
in dunklem deutsch
mit dringlich fremdem zungenschlag
für kathedralen roms
für orthodoxe bilder
ein konzentrat wie gold
aus horchen folgen wachsam bleiben
bess dreyer
31.01.19
Bess hat während meiner „Buchalovs Freunde Tour 2018“ , siehe hier: >>> [ … ] <<<, schon einmal auf einen Beitrag von mir literarisch reagiert. So etwas freut einen natürlich, denn man weiß dann, das man mit dem gesamten „kreativen Ding“ im Netz nicht alleine unterwegs ist, dass das Spielen mit allem Möglichen Freude bereitet, und dass man andere offensichtlich inspiriert und selbst inspiriert werden kann. Wunderbar! Vielen Dank!
Buchalov
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Lasurschichten und und und

Ein Netz, oder auch ein Gitter, oder ein Raster, oder eine Anhäufung von Nullen. Plötzlich sind sie da. Durch Zufall hat Juergen mitbekommen, dass ihn das beschäftigt. Sie liefen ihm während der Arbeit zu den „OrtsMarken“ über den Weg. Zum wiederholten Male.
Das vereinsamte Arbeiten im Atelier ist auch ein in sich Hineinhören, meinte Jürgen zu mir. Auch wenn die Musik auf volle Lautstärke gedreht ist und von Hintergrundmusik nicht mehr die Rede sein kann. Und beim in sich Hineinhören sei er in so einem Schwebezustand, meinte er. Und dann tauche so einiges auf. Zum Beispiel Raster, Gitter, Netze.
Hermann, der Vernetzter war da und hörte zu und schwieg, in seiner unnachahmlichen Art. Und dann ist es eben kein Schweigen mehr, sondern ein Verstehen. So jedenfalls interpretierte Juergen es. Kaffee konnten sie keinen trinken, den Juergens Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben. Der Geist dieser Maschine, das wäre auch ein Thema, sagte er.
Meinolf schrieb, und Juergen hat behalten, dass das alte Jahr genauso sei wie das Neue. Wir aber ändern uns, was denn sonst. Und die Veränderungen sind wie Lasurschichten, die sich auf uns ablagern und überlagern, meinte Meinolf.

Und die Coverversionen in der Musik sind mittlerweile interessanter als die Originale, sagte Juergen zu Hermann.
Da wäre dann noch der Gedanke von dem belebten Raum, der Juergen ebenfalls, vielleicht nur kurz, beschäftigte. Der Raum als Ausstellungsraum, als Arbeitsraum, als Verkaufsraum, als Treffpunkt. Womit man dann bei seinem alten Salon wäre, dem er immer noch nachtrauert. Und der Frage, mit wem er denn gerne in diesem Jahr in seinem Atelier mal über längere Zeit gemeinsam arbeiten solle.

Wieder hat Juergen Materialien von Peter Maschke, dem verstorbenen Kollegen, verwendet, nicht bewusst, eher zufällig. Wirklich komisch, dass er immer wieder über diesen Tod stolpert. Und sich dann immer wieder fragt, was denn wirklich bleibt. Irgendwie ist es ein schönes Gefühl, das Dinge von Peter Maschke weiterleben, nicht nur als Erinnerung, sondern in Form von Materialien in Kunstwerken oder als Ideenfragmente. Es wird etwas weitergegeben. Die Seele der Dinge? Der Geist der Dinge? Irgendwie und tröstlich , oder?
Buchalov
