Heute gibt es nur ein Wort, sagte Juergen als wir uns sahen, verbunden mit drei kleinen Zeichnungen. Mehr ist nicht drin.
„Besteht ein Zusammenhang?“, fragte ich ihn.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Heute gibt es nur ein Wort, sagte Juergen als wir uns sahen, verbunden mit drei kleinen Zeichnungen. Mehr ist nicht drin.
„Besteht ein Zusammenhang?“, fragte ich ihn.
Buchalov
Einen Nusstriezel hatte Juergen gebacken. Und der lag am Sonntagnachmittag beim „Buchalovs Salon“ erst einmal einsam und verlassen auf dem Tisch. Erst einmal.
Und Juergen hatte schon befürchtet, nach den vielen Absagen im Vorfeld, so sagte er mir, dass er auch so einsam und verlassen am Tisch sitzen würde. Er gab im Gespräch mit mir schon zu, dass er gefrustet gewesen sei, weil viele auf seine persönliche Einladung gar nicht geantwortet hatten – was für ein Stil? – und viele mit den diversesten Begründungen abgesagten. Er habe sich daher schon gefragt, ob das überhaupt Sinn mache, zu einem Salon zu laden. Sei ja auch irgendwie aus der Zeit gefallen, solch ein Vorhaben. Andererseits sehe er aber nicht ein, warum er den Gedanken, den er für richtig halte, aufgeben solle: reales Leben hat so viele Facetten und eine ist das Kaffeetrinken, und erzählen, sich austauschen und Eigenes zeigen und besprechen.
Vielleicht haben die vielen Absagen auch mit der Örtlichkeit zu tun. Oder mit ihm als Person. Aber was solls, zu beidem gibt es keine Alternative.
Doch nach und nach kamen dann doch noch ein paar der alten Freunde zum Salon. Der harte Kern eben. Ihnen soll ich danken! Tue ich hiermit.
Buchalov

Während ich dies hier schreibe, höre ich im Hintergrund Bob Dylan, eine lange Playlist. Ich schreibe jetzt nicht über Bob Dylan, der gestern den Nobelpreis verliehen bekommen hat, was Juergen schon sehr beschäftigte, wie er sagte, weniger der Nobelpreis als Dylans Leben, seine Absichten, seine Rollen, das Prinzip des Verschwindens und all diese Dinge um ihn herum, und was dies alles mit uns zu tun hat.
Nein, ich schreibe über unseren Salon von gestern, über „Buchalovs Salon“ im Dezember. Weil dies etwas mit uns zu tun hat, unserem heutigen Leben und unserer kleinen Welt.
Juergen meint, das klinge ein wenig zu groß. Schließlich hätten wir uns im Salon ja nur unterhalten, unterhalten über unsere momentanen Projekte, über die Möglichkeiten eines offenen Kunstbegriffes, über die Bedeutung von Galerien und über den Zustand der Ateliergemeinschaften am Ostwall. „Der Kosmos“ als künstlerischer Gegenstand bei Beuys, einer Malerin aus Rees und bei Juergen sei auch besprochen worden. Klar, auch Bob Dylan sei anwesend gewesen. Und zu seinen neuesten Drucke habe er, Juergen, auch etwas sagen dürfen.
Der Nusszopf sei aber der heimliche Star des Nachmittags gewesen, keine Frage. Ich stimmte ihm zu.
Buchalov