
Das seien drei kleine Zeichnung von heute, hingehuscht, weil es eben so sei, am Frühstückstisch und ohne einen genauen Plan, einfach so. Sagte Juergen.
Das sei, wenn er es genau bedenke, ganz oft so.
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Das seien drei kleine Zeichnung von heute, hingehuscht, weil es eben so sei, am Frühstückstisch und ohne einen genauen Plan, einfach so. Sagte Juergen.
Das sei, wenn er es genau bedenke, ganz oft so.
Buchalov

Juergen kritzelt ja immer auf irgendwelchem herumliegenden Papier herum und nun hat er mir ein abgerissenes Blatt zugesteckt. Es geht wohl ums Thema „Orte“ im Zusammenhang mit seinen OrtsMarken. Und darauf steht:
Der Ort, der Platz, die Stelle, sie haben stets ein individuelles Aussehen.
Und im Laufe des Tages ändert sich diese Physiognomie des Ortes, des Platzes, der Stelle.
Und sie erzählen Geschichten, diese Orte – wenn man sie lesen kann, denn sie haben jeder für sich eine individuelle Geschichte.
Zu den Orten, Stellen, Plätzen, die man besucht und sieht, entwickelt man eine Beziehung, mal mehr oder weniger intensiv und fortdauernd oder eben auch nicht.
Ein Ort mit seiner Bestückung, den OrtsMarken, verankert uns.
Wir gehen von Ort zu Ort, von Geschichte zu Geschichte, von A nach B. Wir gehen in der Zeit.
Der Name des Ortes ist wie ein Schlüssel: er öffnet die Kiste der Erinnerungen. Und diese Erinnerungen sind Marken.
Gibt es einen Ort ohne Bilder im Kopf?
Buchalov

Wir sind wieder da, Juergen und ich. Unsere Sommerpause ist beendet.
Und sie begann so: Zuerst kam Berlin, drei Tage lang. Juergen und ich waren in Köpenick und haben mit unserer „Band M“ zuerst geprobt und dann auf einem Nachbarschaftsfest an der Dahme gespielt. Richtig schön wars. Richtig gesellig. Und gut fuer die Seele. Und „Berlin Mitte“ haben wir auch zweimal besucht.
In der selbstgemachte Musik gehe man ganz auf, sagt man, finde zu sich selbst, Energie pur. Berlin aber: Reizüberflutung. Und die Frage: wo bleibt das Selbst in diesem riesigen Gewusel? Wo sind die Rückzugsräume?
Und mit Susanne Haun und Michael haben wir uns am letzten Tag im Wedding ebenfalls getroffen. Und das war mehr als besonders schön, denn Susanne und Juergen hatten sich lange nicht gesehen. Und waren sich sogleich wieder so vertraut, so nahe. Irgendwie hat Juergen vor lauter Freude vergessen zu fotografieren.
Nähe und Vertrautheit ist mehr als gut!

Dann kam Waren an der Müritz, Radtouren am See entlang, „OrtsMarken“ finden, ein neues Skizzenbuch eröffnen, einiges zeichnen und den Rhythmus der Stadt hinter sich lassen, zur Ruhe kommen. Und das unbeirrt in der wunderbaren Landschaft am See.
Wann bin ich bei mir? Was macht die Fremde, Landschaft mit mir, die Ruhe, das Licht, der Wind, die Sonne? Wann bin ich glücklich?
Ein kurzer Abstecher in Maasholm an der Schlei folgte, erwähnenswert ist dabei nur das Fischbrötchen von der Fischbude am Hafen, bevor wir in Lökken in Nordjütland gelandet sind. Hier war es sofort das kolossale Licht und der riesige Strand, der Juergen gehalten haben, über eine Woche lang, und so einiges an Skizzen entstehen ließ. Juergen fand es phantastisch! Was fuer eine Landschaft! Was fuer eine Stimmung. Die Steilküste, die abgerutschten Wehrmachtsbunker, die so nahen Drachenflieger, das dänisch Unkomplizierte, Börglum Kloster, Rubjerk Knute – auch wenn der wirtschaftliche Strukturwandel hin zum „Totalen Tourismus“ hier alles bestimmt. Aber das wirklich Alte wie Böglum Kloster kriegt auch der nicht kaputt. An Gerdas Thema der Verschmelzung von Natur und Technik musste Juergen da oben ebenfalls denken.
Ich bin Teil des Ganzen, die Energien fließen ruhig dahin, der Kopf ist klar, der Wind macht alles gleich, der Sand glättet, wunderbar! Das Licht, das Licht!
(Buchalov, Teil 2 folgt)