Schlagwort: corona

  • Und jetzt nur noch das Positive!

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    „Und jetzt nur noch das Positive“, sagte Jürgen. Ein – wie ich finde – guter Vorsatz, aber das geht so ganz einfach nicht, weil die Krise  immer noch übermächtig um uns herumwirbelt: die Zahlen, die Berichte, die Unruhe in uns, das Warten in Schlangen, die fehlenden Umarmungen, die Hoffnung auf den alten Zustand, den es nie mehr geben wird- Stichwort Transformation-, die finanziellen Engpässe  und und und. Ich habe ihm gesagt, dass das also so einfach nicht sei.

    Dann wenigstens ab und an etwas Positives. Das wäre vielleicht machbar. Meinte er. Ich denke, das geht.

    Daher also heute mal ein kleiner Text – ein Versuchstext – von Juergen aus der Schreibwerkstatt mit Jutta Reichelt:

    „Ich erinnere mich, wie ich innehielt, mitten in der Bewegung.“ (Eugen Ruge Cabo de Gata)
    Robin, Du Winzingling,
    So nahe an meinem Fuß sitzt Du
    Dir geht es wohl um das Futter
    mir um was anderes
    Deine kleine, rote Vogelbrust leuchtet.

    Oder dieses Bild:

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    Und das hier geht auch, ein Rezept: Madeleines

    Zutaten:

    4 Eier

    170g Zucker

    170g Mehl

    2 TL Backpulver

    1 Messerspitze Zimt

    1 Miniprise Salz

    175g Butter + etwas Butter zum Einfetten der Madeleines-Form

    Zubereitung:

    Die Mulden der Madeleinesform gut mit weicher Butter auskleiden. Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

    Butter schmelzen lassen und abkühlen.

    Eier und Zucker ca. 5 Minuten lang schaumig mixen.

    Mehl, Backpulver, Zimt und Salz erst mischen, dann sieben und bei langsamem Mix-Tempo zur Eier-Zucker-Mischung hinzufügen.

    Butter hinzufügen und verrühren. Teig dann in die Madeleines-Form füllen und ca. 11 Minuten lang backen. Man sieht, daß die Madeleines fertig sind, wenn der Rand leicht braun wird. Besser 25-30 Minuten, wenn sie in der Muffinform gebacken werden.

    Vorsichtig aus den Mulden holen und mit Puderzucker bestäuben.

    Buchalov

  • Die Krone

    Es geht darum zu begreifen und im Begreifen eine Form des Umgangs zu finden: Kunst als Psychohygiene. „Corona“ läßt Juergen nicht los, und er hat es jetzt angenommen, so mein Eindruck, und stellt sich dem. Corona ist, neben anderen Themen,  zu einem/ seinem Thema geworden – auch zu Ostern.

    Das Motiv der Krone ist momentan eines seiner zentralen Motive. Was dahinter steht ist Folgendes, so meine Vermutung: er versucht Bilder für eine Situation zu finden, die alles Leben, das private, öffentliche, politische, gesellschaftliche, religiöse, kulturelle und und und, bestimmt und dominiert.

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    Juergen hat mir sein textliches Skizzenbuch gezeigt. Darin steht in Bruchstücken Folgendes:

    Die Krone: ein Bezug zum Namen „Corona“ besteht. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, so sagt man. Das ist natürlich Quatsch. Der Mensch bekommt durch die Natur seine Grenzen aufgezeigt. Die Krone, der Kranz, als Siegerkranz. Die Krone als symbolischer Gegenstand für das Hervorheben von Menschen oder deren Handlungen, für den besonderen Menschen. Wird er sich hervorheben und die Krise bewältigen?

    Da noch ein paar Linolschnittplatten im Atelier herumlagen, hat er diese genommen und losgelegt.

    Buchalov

  • da hat sich einiges an Druckstöcken angesammelt

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    Da hat sich einiges an Druckstöcken angesammelt.

    Im Atelier arbeitet Juergen momentan alleine. Alle Ateliermitglieder scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Nur ich bin an seiner Seite. Und während ich in der Ecke seines Raumes sitze, Kaffee trinke und in den Kunstmagazinen blättere, schneidet Juergen an kleinen Linolschnitten herum. Vier Motive hat er im Focus: die Krone, den Titanen Atlas, diverse Gefäße oder Kapseln und das Boot.

    Ohne Vorzeichnung variiert er da so einiges. Und schneidet. Und sortiert. Und arrangiert auf seinem Arbeitstisch. In er Vergangenheit ergab sich dann meist etwas, eine Idee, ein Hinweis, ein Weg. Wie das nachher alles zusammenpasse wisse er noch nicht. Deshalb schiebt er hin und her. Er hoffe auf den Zufall und eine Eingebung.

    Buchlov