Schlagwort: Leben

  • Projekt ohne Namen: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“

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    Ein spontan an Juergen gesendeter Halbsatz im Mai von Susanne Haun lautete:

    „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“

    Die beiden schicken sich nämlich gegenseitig, in unregelmässigen Abständen, halbe Sätze zu, die der andere literarisch und künstlerisch vervollständigen soll. Das Ganze nennt sich „Projekt ohne Namen“.

    Juergen notiert sich in der Regel schon direkt nach Zusendung und Eingang des neuen Halbsatz in der Notizbuch – App seines Handys mögliche Antworten. Und als er heute im Atelier nach einer visuellen Umsetzung suchte, war alles sehr schnell klar.

    #29

    S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“

    „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

    Und für Susanne hat sich Juergen nun für folgenden Halbsatz entschieden:

    #30

    „Der Zwickel ist immer, er ist Dada, er ist …“

     

    Susanne hat sich die Mühe gemacht und für Interessierte alles bisherigen Satzanfänge und Vervollständigungen aufgelistet. Viel Spaß beim Stöbern!

    #27 (siehe hier)

    S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
    J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

    #26 (siehe hier)

    J: Mir gefällt, dass …
    S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

    #25 (siehe hier)

    S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
    J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

    #24 (siehe hier)

    J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
    S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

    #23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

    S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
    J: …die das Rhizom fressen wird!“

    #22 (siehe hier)

    J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
    S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

    #21 (siehe hier)

    S: Ein neuer Anfang bedeutet …
    J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert.

    #20 (siehe hier)

    J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
    S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

    #19 (siehe hier)

    S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
    J: “ … auch mit Erdöl!“

    #18 (siehe hier)

    J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
    S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

    #17 (siehe hier)
    S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
    J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

    #16 (siehe hier)

    J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
    S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

    #15 (siehe hier)
    S: „Wörter sind immer …“
    J: „… gut oder böse.“

    #15.1 (siehe hier)
    J: „Worte, die den Raum füllen und als ewiges Licht bleiben.“

    #14 (siehe hier)
    J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
    S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

    #13 (siehe hier)
    S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
    J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

    #12 (siehe hier)
    J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
    S: „… Nichts!“

    #11 (siehe hier)
    S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
    J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

    #10 (siehe hier)
    J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
    S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

    #9 (siehe hier)
    S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
    J: … den „loving cup“.

    #8 (siehe hier)
    J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
    S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

    #7 (siehe hier)
    S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
    J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

    #6 (siehe hier)
    J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
    S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

    #5 (siehe hier)
    S: „Das perfekte Ding ist …“
    J: „… das momentane Ding“

    #4 (siehe hier)
    J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
    S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

    #3 (siehe hier)
    S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
    J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

    #2 (siehe hier):
    J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
    S: „… gestern ist nicht gewesen, sondern wird Erinnerung.“

    #1 Projektauftakt (siehe hier):
    S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
    J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

  • XYZ – Woche: der siebte Tag ist der, an dem Juergen über Energie nachgedacht hat!

     

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    Gestern geschah es, dass ich Juergen sah, wie er nach einer spontanen Idee in seinen Druckraum stürmte und diese Idee mit großem Elan, fast schon  eruptiv, umsetzte. Es sei die Energie, die er habe mitnehmen wollen, und die einfließen sollte in sein Tun. Man sehe das den Ergebnissen an, wenn er mit Macht in sie hineingewirkt habe. Meinte er.

    Und dann sei da noch das, was Gerda angesprochen habe, gestern in ihrem Blog (s. hier >>> [ … ] <<<) : die persönliche Stimmung oder Befindlichkeit bestimme auch vieles. damit sei nicht der so oft verwendete Begriff der Muse gemeint. Den Kunst machen sei Arbeit und habe auch mit Disziplin zu tun. Nur zu arbeiten,wenn die Muse einen führe, das sei Unsinn. Aber die persönliche Stimmung wahrnehmen und dann das tun, was da möglich sei, wissend um die eigene Befindlichkeit, das sei, neben dem einbringen der Energie, das, was bedeutsam sei.

    Dagmar hat heute weiter an den Collagen gearbeitet und ihr Fundstück „Schneidebrett“ als Monotypie abgebildet.

    Die Farbe Schwarz bekam bei Juergen besondere Bedeutung. Er behauptet immer, dass sie den Drucken die notwendige Tiefe gebe. Ohne diese Farbe wirken sie flach. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Fertiggestellt hat er heute einiges:

    Juergen meinte auch zu mir, dass er es schon toll finde, mit welcher Energie, nicht explosionsartig, aber langsam abgebend, Dagmar im Prozess voranschreite. Und wieviel Energie sie über die Jahre in ihre Vernetzung eingebracht habe. Dagmar sei deshalb verdammt gut aufgestellt.

    Beim Nachdenken darüber, welche Überschrift die „XYZ-Woche“ bekommen könne“, sei ihm die Wandcollage eingefallen: „die Wand“, das sei ein schöner Titel, glaube er.

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    Buchalov

  • XYZ – Woche: Man hebt nie so einfach ein Fundstück vom Boden auf!

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    Es gibt immer Gründe. Immer einen Anlass. Immer irgendetwas, das einen zu einem bestimmten Handlungsschritt veranlasst. Das gilt auch für die Auswahl von Fundstücken.

    In der XYZ – Woche hat Juergen ein Fundstück aus seinem Vorgarten zum zentralen Thema erklärt. Wie es dazu kam gibt seine Gesprächsnotiz wieder:

    Gespräch am Frühstückstisch, 24-05-2019, mit M.:
    Ist das Müll? Nein, das ist ein Fundstück!
    Was ist ein Fundstück? Etwas, das ich gefunden und aufgehoben habe.
    Aber es gibt doch so viel Müll? Genau, es gibt wohl Gründe warum ich genau das aufgehoben habe.
    Und welche? Ich habe es schon seit Tagen aus den Augenwinkeln im Garten liegen sehen, ohne genau zu wissen, was es ist. Und als ich es dann in Händen hielt, fand ich die graue Farbe gut, die aber nicht gleichmässig über das Röhrchen verteilt ist. Und was wie eine Hülse aussah, ist eigentlich ein gerolltes Stück Papier oder Pappe, an den Enden wieder ganz unterschiedlich. Und dann fragte ich mich, wozu es dient. Und als ich bemerkte, dass es ein Teil  einer Silvesterrakete war, taten sich einige assoziative Möglichkeiten auf. Die will ich nun beim Arbeiten nutzen. Und deshalb habe ich es aufgehoben.
    Man hebt ein Fundstück nie einfach so vom Boden auf.

    Buchalov