
Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov
Gestern war Freitag. Und da Jürgen noch private Termine hatte, war er nur einen guten halben Tag im Alten Wasserwerk zugange. Aber immerhin.
Seine fotografische Ausbeute wächst ständig an, die zeichnerische entwickelt sich – so langsam. Viel Neues, so meinte er, habe er nicht entdeckt. Das, was schon vor Jahren visuelle Aufhänger an diesem Ort gewesen seien, seien es noch immer. Nur sehe er sie jetzt aus größerer Distanz. Er beschäftigt sich immer noch primär mit der fotografischen Bestandsaufnahme als Basis für sein Tun.
Da seien die quadratischen Formen, die das Alte Wasserwerk bestimmen. Erst habe er sich darauf einlassen wollen. Aber jetzt glaube er, dass das zu einfach und zu direkt sei.
Da sei der morbide Charakter des Gebäudes, das inspiriere. Jetzt glaube er, dass man sich davon lösen müsse, indem man es durch Abstraktion in eine Allgemeingültigkeit erhebe.
Da seien die gebäudefremden Elemente, die im Laufe der Zeit dazugekommen seien und um die sollte man sich nun gestalterisch auch kümmern.
Und er hat nach Photos frei gezeichnet. Aber die zeige ich dann morgen.
Buchalov
Klein ist der Zeichentisch. Und mobil. Und leicht. Zwischen die Holzkuben gestellt hatte Jürgen dort seinen Arbeitsplatz gefunden im Alten Wasserwerk von Wachtendonk. Es war sein erster Tag gestern, daher +1.
Am Anfang waren die Fotos. Im Gebäude umherstreifen, sich einfangen lassen von Motiven, Auffälligkeiten, der Erinnerung an alte Zeiten, an Typisches des Ortes, an Spuren. Es war wohl ein sich treiben lassen, ohne erkennbares Ziel, auf den Zufall hoffend. Und der kommt ja immer vorbei. Aber seht selbst.
Und danach entstanden dann die ersten Zeichnungen, mit Tusche auf Restepapier, grob, schwungvoll, spontan, alles hat Wertigkeit, alles geht, Zack Zack. Die Nachbearbeitung kommt dann später. Das Ordnen und sortieren ebenfalls.
Eine Faltung durfte allerdings nicht fehlen, sonst wäre der Tag unvollkommen gewesen.
Buchalov