

Buchalov
Notizen von Juergen Kuester und seiner Kunstfigur Buchalov

Na ja, es hat gedauert, keine Frage. Mit Unterbrechungen hat Jürgen das obige Bild gedruckt, Wochen hat es gedauert und ich meine, dass man es ihm ansieht. So richtig dynamisch schaut es mich nämlich nicht an. Die Unterbrechungen im Arbeitsprozess waren auch Unterbrechungen in der Energie, die hineingeflossen ist. Aber dekorativ sei es, meinte Jürgen. Aus seinem Mund ist das nicht unbedingt ein Kompliment.
Das Bild gehört in den Themenbereich „der Schatten ist der Zwilling“, irgendetwas mit zweifach und Verdoppelung, den Jürgen aber jetzt erst einmal unterbricht, weil nächste Woche das „Zwickelbüro“ in seinem Atelier öffnet: Antje von „MachArt“ kommt für ein paar Tage zu Besuch und gemeinsames Arbeiten ist angesagt.
Buchalov
“back to the studio, let’s do the loco-motion!” Das hat Jürgen in den Stories bei Instagram und FB gepostet. Das ist ja auch klar, denn jetzt, wo unser Fahren mit dem Wohnmobil vorbei ist und die dunklen Jahreszeit ansteht, ist das Atelier sein Arbeitsraum. Hier wird das, was sich im Sommer an Material angesammelt hat, vertieft oder abgeschlossen.
Ich habe ihn beobachtet: er tut sich momentan schwer in seinen Räumen. Darauf angesprochen gibt er das auch zu. Der Arbeitsrhythmus falle nicht vom Himmel, auch wenn die Hauptthemen stehen: die OrtsMarken und der Schatten ist der Zwilling.
Also, so sagt er, spiele er erst einmal ein wenig herum, mit dem Fotoapparat, dem Papier, der Tusche. Dann finde er schon den Takt.
Auf einem Zettel machte er dazu Notizen:
Tusche – Kritzeln
Sich auf Formen einlassen
Formen interessant finden, sie beobachten
Keinen Plan haben
das Thema: Verdoppelung, Schatten
auf antrainierte zeichnerische Muster zurückgreifen
Vertrauen haben
jedes Ergebnis hat einen Wert
die Lebendigkeit
sich treiben lassen
auf das eigene Können vertrauen
Buchalov