Vier Fetzen von Ideen geistern umher wie erstens, dass das Zwickel eine Bühne benötigen könnte, zweitens, dass Zwickel möglicherweise Teile von Körpern sind und wieder werden sollten, und dass drittens der Zwickel das Verbindungsstück ist, das Positionen verbindet. Und dass der Zwickel den Zufall liebt.
Und Sonstiges: das Zwickel-Rhizom lebt und wächst.
Und dann stehen Jürgen und ich am Denkmal der Schiffskatastrophe der Cap Arcona zum Kriegsende in der Lübecker Bucht. Das Denkmal liegt auf der Insel Peol im Ort „Schwarzer Busch“.
Ist die deutsche Geschichte auch immer die eigene Geschichte?
Kann einen die deutsche Vergangenheit, die Vergangenheit des eigenen Vaters, der eigenen Mutter, einholen?
Ist man als Deutscher verantwortlich für das, was Deutsche im Guten und Schrecklichem tun oder getan haben?
Mit diesen Frage ist Jürgen auch schon ab und an auf seinen Reisen in Frankreich, den Niederlanden oder England konfrontiert worden – bis hin zu direkten Anfeindungen. Das, was nun am Denkmal im Schwarzen Busch auf Poel zu lesen war, ist eigentlich unfassbar. Die Zahlen und Bilder der durch Nationalsozialisten und Alliierte verursachten gewaltigen Schiffskatastrophe haben ihn sehr beschäftigt.