Schlagwort: Skizze

  • Wir sind wieder da! Teil 2

    IMG_6612

    Vorupör war der nächste Ort auf unserer Reise im dänischen Norden, gelegen im südlichen Teil der Jammerbucht, mitten im Naturschutzgebiet, wie ein kleiner Brueckenkopf mit Fischkauf direkt am Kutter. Die Fischerei ist hier eigentlich ausgestorben und nur die nebenberuflichen Fischer halten hier noch am Leben, was einst der den Lebendunterhalt bestimmte. Heute ist es der Tourismus, Tourismus total mit dem Versuch des schonenden Umgangs im Naturraum. Schwierig! Und über allem stets und immer und wohl ewig der mächtige Wind von See.

    Manchem muss man sich stellen: dem Wind, der Weite, dem Rauen, der Sonne. Sie berühren und lassen vergessen.

    Und dann kam Römö. Schon die Fahrt über den Damm machte deutlich, dass man sich einer spannenden und besonderen Welt näherte: der einzigartige Sandstrand vor unserer Nase mit den Sandseglern und auf der anderen Seite im Tidenwechsel das scheinbar endlose Wattenmeer. Ein wirklich weiter Sandstrand. Kreuz und quer sind wir mit dem Rad über die Insel gefahren, aber eigentlich im Kreis, haben keine Kirche ausgelassen, jede Fischbude besucht und OrtsMarken gesucht. Bolilmark, Tvismark, Kongsmark heißen hier Orte und die Nähe zu den Ortsmarken über diese Namen sprang Juergen an. Sylt lag vor der Nase. Und dann die vielen Verkaufsstände von Troedel , wie schon so oft in Dänemark: sie fallen einem immer wieder vor die Füsse. Auch hier.

    Während im Kreis über die Insel gefahren wird, schließen sich die Dinge kreisförmig. Sollen wir länger bleiben?

    Fedderwardersiel : was fuer ein besonderer Name, unsere nächste Station, jetzt schon wieder in Deutschland, auf der Wesermarsch. Es gab eine Wiese vorm Deich als Stellplatz mit Sicht auf die weit entfernten gigantischen Kräne von Bremerhaven, in der Ferne, und vor Ort ein kleiner Kutterhafen, und wieder die ewige Fischbude und das Watt. Hier waren wir nur kurz, aber nicht das letzte mal. Das steht fest. Und dann Harlesiel mit diesem schrecklich betonierten Stellplatz und dem gescheiterten Versuch mit der Fähre nach Wangerooge zu kommen. Pustekuchen: Hauptsaison, überbuchte Fähren, Massen an Touristen, kein Platz fuer uns und alles so gleich, alles so betoniert. Schrecklich!

    Während die Sonne auf einen einbrennt, entferne ich man sich von diesem so unruhigen Ort und frage mich: „Was wollte ich eigentlich hier?“

    Und zum Abschluss Ditzum und Emden, da wo die Ems zum Meer wird und uns die kleine Personenfähre von Ditzum nach Petkum übergesetzt hat. Man sagt, dass in Ditzum die Welt zu Ende sei. Kann durchaus sein, und wenn, dann ist es ein schönes Ende. Emden ist der Kontrapunkt, laut, lebendig, hektisch, dicht, wobei die Kunsthalle wie eine Rückzugsinsel auf uns wirkte und Balkenhols Bildhauerei einen wieder auf das wesentliche fokussierte: den Menschen. Und zurück in Ditzum wieder der Fisch zum Abendbrot, und beim Spaziergang die kleine Kirche, deren Kirchturm als Leuchtturm den Ort überragt. Und hinterm Deich die Schafe, die blökend grasen, aber für Juergen ähnelt ihr Geblöke eher einem Rufen. So sagte er.  Wir wollten eigentlich nicht weiterfahren, nach Hause. Hier war es gut. Die Ems war so riesig und so glatt und so beruhigend: alles passte! Und wie gesagt: die Schafe blökten.

    In der Natur mit dem Wohnmobil stehen, abgeschieden, ruhig, hinterm Deich, vor dem Schilf mit den Gänsen: dafür gehen andere ins Kloster.

    IMG_6628

    Buchalov

  • Buchalovs Freunde Tour, Tag 16 und Ende

    Dies ist ein Photo. Ein Bild vom Rinckenhof, das ich schon vor Tagen veröffentlicht habe, als ich Irgendlink besuchte.

    Und dies hier ist ein Gedicht von Bess Dreyer, genau zu diesem Photo, das uns aus den Tiefen des Internets zugeflattert kam.

    eingeladen

    ein schwarzes strumpfband

    über dem arm

    finger hoch geworfen

    zur begrüßung

    cancan

    .

    achtzehn rostige briefkästen

    in drei reihen übereinander

    namensschilder schlüsselloch

    und unten die verräterschlitze

    über sendung oder nicht

    .

    an der wohnzimmerwand

    sind sie montiert

    vier der türen geöffnet

    puppen, eine tierfigur und wichte

    stehn wie hauseigentümer

    .

    oder sind sie

    die erwartete post

    (bess dreyer)

    Was bedeutet das nun? Es bedeutet, dass Juergen seine Position revidieren muss. Und es wohl gerne tut. Er hatte nämlich Zweifel daran, dass das, was man da im Blog veröffentlicht überhaupt eine Wirkung habe, außer für sich selbst natürlich. Und wurde nun eines Besseren belehrt. Irgendlink antwortete mit dem Bild von dem Sähmann, der einfach den Samen ausbringt und nicht weiß, welches Saatkorn aufgeht und wo wann etwas entsteht. Und Klaus Harth meinte, dass kein Bild ohne Wirkung sei, generell, wenn es in welcher Form auch immer öffentlich werde.

    Die im Blog gezeigten Dinge haben Wirkungen, so scheint es, Gott sei dank!

    Buchalovs Freunde Tour, 25-06-2018, irgendwo am Rhein bei Koblenz, dort, wo die Tour jetzt ausläuft. Irgendwann ist ja immer Ende. Aber: irgendwann ist auch immer Start.

  • Buchalovs Freunde Tour, Tag 15

    Was hält mich hier? Warum bleibe ich noch? Das fragte Juergen mich heute so gegen Mittag. Es geht um unseren momentanen Standort Neumagen-Drohn auf der „Buchalovs Freunde Tour“.

    Ich habe damit geantwortet, dass ich ihm noch ein Glas Moselwein eingeschänkt habe, seine Buntstifte anspitzte und den Vorderreifen des Fahrrads aufpumpte. Dass ich sein Gesicht mit Sonnencreme eincremte, ist ohne Belang.

    Buchalovs Freunde Tour, 23-06-2018, Neumagen-Drohn