Selbstbefragung – Zimmerreise – Fundstückuntersuchung – Quellenstudium: das hat Jürgen in den letzten Tagen alles vollzogen – kawumm, zomp, kawumm. Er bezog sich dabei auf seinen letzten Blogbeitrag zur „Zeit ohne Zeit“. Jürgen will ja klären, was es mit „Zeit ohne Zeit“ auf sich hat.
Die Selbstbefragung lieferte Ergebnisse, was Synonyme von Zeit anbelangte und das Gegenteil davon. „Zeit ohne Zeit“ könnte von daher vielleicht bedeuten: Zeitloch – punktuelle Zeit – Zeitschrumpfung – Freiheit der Zeit – time is only here – timeless – Zeitteufel – Punkt – verspätet – Zeitpunkt – Moment – Einzelfälle der Zeit. Das Punktuelle, das Zeitlose, das Löchrige sind bei Jürgen hängengeblieben und könnte Bilder liefern. Denn darum geht es ja: Bilder finden für das Begriffspaar „Zeit ohne Zeit“.
Die Zimmerreise erbrachte Hipstagramphotos von einem Uhrenziffernblatt und schattigem Licht auf Wänden.
Die Fundstückuntersuchung lieferte Skizzen und Druckstöcke von einem Uhrengehäuse, von einem Blasebalg, Zeitschichten und einer Zeitschleife.
Und das Quellenstudium hat ihm vor Augen geführt, das Einsteins Relativitätstheorie, die ihm Kenntnisse über die Zeit liefern sollte, im Moment seine Möglichkeiten des Verstehens übersteigt. Jürgen sagte, ihm fehlten einfach exakte physikalische Grundkenntnisse darüber, was Relativität, Masse, Raum, Zeit, Raumzeitkrümmung, Schwarzes Loch und und und sei. Hängen geblieben ist, dass offensichtlich die mit Lichtgeschwindigkeit durchs All Reisenden die Zeit überwinden können.
Soweit so gut. Jetzt soll das alles erst einmal in kleine Linolschnittdruckstöcke fließen.
“Es ist immer wieder aufregend…” Dieser Halbsatz ist Jürgen über Susanne Hauns Blog zugeflattert: Hier der Link: >>> [ …] <<< Darauf muss er antworten. So die Vereinbarung. Das machen sie schon seit Jahren so ohne das ihnen langweilig wird.
Diesmal hat Jürgen sich im Atelier umgeschaut, einiges auf den Tisch gelegt, sich hingesetzt und einfach mal geklebt und gedruckt. Erst tun, dann denken! Und danach dann hat er seinem Bild einen Titel gegeben: “ … wie die Linien das Blatt durchsägen.“ Normalerweise funktioniert das bei ihm umgekehrt: erst die Ergänzung des Satzes, dann das Bild.
Also heißt der ganze Satz jetzt so: “Es ist immer wieder aufregend wie die Linien das Blatt durchsägen.”
An Susanne schickt er jetzt einen Satz, den er am Donnerstag auf dem Wochenmarkt beim Fischkauf hörte: Verbringen sie ihre Tage im Dreck oder …?