Schlagwort: Zeichnung

  • die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier

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    Die Zeit vergeht. Ja, die Zeit vergeht. Und im Strom der Zeit versinkt einiges, taucht unter, aber bisweilen kann es wieder nach oben befördert werden. So ist es geschehen. Sagt Juergen.

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    Jetzt ist es schon über eine Woche her, dass er und ich an der Sieg, dem Westerwald, dem Rhein und der Lahn unterwegs waren. Der Erinnerung hat es gut getan. Uns hat es gut getan. Auch dem Blick nach vorne hat es geholfen.

    Zeichnungen sind entstanden – wie immer auf der Buchalovs Tour. Die Erinnerung geschieht auch auf dem Papier, natürlich. Ein wenig von dem, was sich Juergen da so „zusammengekritzelt“ hat, habe ich schon gezeigt. Einige Skizzen hat Juergen aber auch überarbeitet. Jetzt darf ich in der Summe zeigen, was so entstanden ist. Also hier der erste Teil:

    Buchalov

     

  • Buchalovs Tour 2020: Vertrautheit

    Ein Fluss ist ein Fluss. Und eine Straße ist eine Straße. Und beides zusammengefasst gibt dann zum Beispiel eine Route, die nach Windeck an der Sieg führt. Und die sind wir heute gefahren. Beim Frühstück war es noch sehr frisch, aber dann kam die Sonne.

    Windeck, das ist dieser überschaubare Ort, in dem Jürgen fast drei Jahre gelebt hat: mittlerweile nicht mehr ganz so überschaubar, aber naturnah und mit lieben Freunden. Rosbach war vor vielen Jahren die Zwischenstation an den Niederrhein. Eine Angst vor der Zukunft gab es damals nicht. Die Zukunft gehörte einem, das war klar. Und wir wissen, dass dies so bleiben wird – auch im Alter, wo sie besonders an einem nagt, obwohl Gelassenheit aufgrund der Lebenserfahrung doch das bessere Mittel wäre.

    Anke und Dieter, Gisela und Heiner: im Kopf sehe er sie jung, sagte Juergen – im Kopf habe man ja immer Bilder und Vorstellungen, die sich erst einmal in der Realität beweisen müssten.

    Diese Vier haben wir heute getroffen. Alle sind sie in die Jahre gekommen und haben nicht verlernt zu lachen, das steht fest. Für sie sind wir in erster Linie auf diese „Buchalovs – Tour“ gegangen, denn sie saßen tief in ihm, meinte Juergen.

    Und es war eine große Freude. Und eine Vertrautheit, so, als hätte man sich erst gestern gesehen. Dabei sind jetzt circa vierzig Jahre seit dem letzten Treffen vergangen. Es ist doch erstaunlich, dass Gefühle zueinander so lange tragen können. Corona hin, corana her: wir suchten die Nähe und haben nicht nur von gestern erzählt, sondern auch davon, auf was sie sich in der Zukunft freuen, auf das, was noch ansteht. Oft haben solche Treffen ja den Charakter eines kleinen Klassentreffens mit entsprechenden Bilanzierungen. So etwas blitzte kurz auch auf, aber nur kurz. Juergen erzählte von seiner Kunst und dem Leben im Wohnmobil, Heiner von seinem Leben als Organisator von Kongressen bzw. Tagungen zur Nachhaltigkeit: Dinge, die bei Beiden in die Zukunft weisen.

    Ein Thema Nummer Eins gab es nicht. Wie sollte es so etwas auch geben nach den vielen Jahren der Kontaktlosigkeit. Und Photos gab es auch nicht: das haben wir Beide einfach im Gesprächstrubel vergessen. Also müssen ein paar Skizzen von gestern reichen.

    Als wir dann zum Stellplatz zurückfuhren, wir stehen wieder in Hahnhof an der Nister, meinte Juergen noch, dass sich da wohl gerade ein kleiner Knoten gelockert habe. Schön sei es gewesen, wirklich schön.

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    Der Stellplatz, dieses Stehen am Fluss, inmitten der Natur, in der Ruhe, in der Sonne, das ist doch etwas anderes als die Stadt Wissen, die gestern so trostlos daherkam wie eine graue Mauer in einem Hinterhof, die instand gesetzt wird.

    Und morgen: wir werden mal schauen!

    Buchalov

  • Buchalovs Tour 2020

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    In den nächsten Tagen geht es los. Jürgen und ich fahren „die Buchalov- Tour“ für 2020.

    Diesmal, so glaubt er, wird es eine besondere Tour, denn Jürgen will dorthin, wo für ihn alles anfing. Er will dorthin, wo er geboren wurde, dorthin, wo er zur Schule ging, das Abitur machte, dorthin, wo die alten Freunde wohnen, die er so lange nicht gesehen hat. Er wird sie besuchen. Und er will zum Grab seiner Eltern, er will in die Dörfer, in denen seine Ahnen lebten (bis ins 17 Jahrhundert reicht der Stammbaum, denn sein Sohn erstellt hat), und er will dorthin, wo seine Omas ihm die Haferflocken mit Schokolade, Zucker und Milch als besonderes Leckerchen mischten, er möchte in den Wald, in dem er gespielt hat, den alten Schützenplatz besuchen, dorthin, wo er zum ersten male geknutscht hat. So etwas halt.

    Und damit ist das Problem klar: Wenn alles nur nach hinten gerichtet ist, dann ist das zwar eine Form der Vergewisserung, aber dann wird es auch oft schwermütig. Das weiß er. Aber darauf ist er eingestellt. Daher will er versuchen aus dem Blick auf das Vergangene einen Blick nach vorne zu entwickeln. Während der Fahrt. Das ist das Wichtigste. Von gestern zum Jetzt und morgen. Und das Zeichnen, Fotografieren und Kleben soll dabei helfen.

    Nun ja, die Kunst soll natürlich nicht vergessen werden. Galerien, Museen und Künstler liegen auch auf seiner Route. Da wird sich sicherlich auch noch einiges spontan ergeben. Vielleicht möchte ja jemand von den Besuchern dieses Blogs, der an dieser Route wohnt, uns beide auch persönlich kennenlernen: einfach melden und dann schauen wir mal, was machbar ist.

    Dokumentieren wird er wie immer in seinem zeichnerischen Tagebuch, den Fotos und den Berichten hier im Blog, auf Fb und Instagram.

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    Auch ja: wo fahren wir eigentlich hin? Wir fahren an der Sieg entlang von Herchen bis Wissen-Sieg, in die Nebentäler des Westerwald bis nach Hachenburg, und dann über den Westerwald auch nach Limburg, der Domstadt. Dort wohnt nämlich Jürgens Schwester. Am Rhein entlang soll es dann wieder an den Niederrhein gehen.

    Buchalov

    P.S. Die Zeichnungen in diesem Beitrag sind in der Schweiz entstanden, in Windisch, als wir bei der damaligen „Buchalovs Tour 2017“ „sofasophia“ und „Irgendlink“ besucht haben.