Buchalov
Kategorie: Buchalovs Tagebuch
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Aris ist zu Gast

Aris ist die Abkürzung für Aristoteles. Aris, das ist der Hund von Jürgens Tochter Julia. Und der ist jetzt für vier Wochen zu Gast, und Jürgen und seine Frau kümmern sich um ihn. Jürgen liebt den Hund sehr.
Aris stammt aus Griechenland. Dort war er ein Strassenhund und hat als einziger seines Rudels überlebt. Griechische Tierschützer haben ihn nach Deutschland vermittelt.
Aris ist ein ganz Vorsichtiger, vielleicht auch Ängstlicher. Und ein Ruhiger. Und ein Unterwürfiger. Das hat ihm wahrscheinlich das Überleben in Griechenland gesichert. Jürgen hat Aris gerne um sich, denn er strahlt Ruhe aus, versteht jeden kunsthistorischen Satz oder jedes künstlerische Wort, das Jürgen ihm sagt, hört immer genau zu, schaut verständnisvoll, gibt keine Widerworte und befriedet den Raum. Jürgen fährt täglich mit ihm in den Wald: Aris lernt dort andere Hunde kennen und Juergen den Wald, in seinen Details. Das ist gut für seine Kunst und die Naturformen. Auch mir tut Aris gut.
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P.S. Aris hat auch einen Instagram-Account – moderner Hund halt: „habibi_aris“
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über Wirkungen
Jürgen grübelt!
Alles, wirklich alles habe eine Wirkung. Das Tun, das Denken, das Glauben. Auch das, oder gerade das, was man hier im Block schreibe. Alles habe eine Wirkung. Man vergesse das leicht, meinte Jürgen. Und auch die Art und Weise wie man schreibe, sei von Bedeutung.
Manchmal entwickeln solche Impuls auch eine Wirkung, die man gar nicht beabsichtigt habe. Aber es entsteht eine Wirkung. Dreimal sei ihm das nun in der kurzen Vergangenheit geschehen.
Und letztendlich falle alles, was man veröffentliche, auf einen zurück. Denn man sei nicht nur für den Impuls, sondern eben auch – ein wenig zumindest – für die Wirkungen verantwortlich.
Ein Beispiel: wenn er über den Schatten sei der Zwilling schreibe, dann habe dies Wirkung auf lesende Zwillinge, auf Menschen, die mit Zwillingen traurige oder positive Dinge erlebt hätten und und und.
Oder: wenn er ironisch über die Vorstellung schreibe, dass Menschen sich den Thron des Satans ins Pergamonmuseum phantasieren, dann habe das möglicherweise auch eine Wirkung: so oder so.
Und umgekehrt gelte damit aber auch: Man habe als Autor Einfluss. Vielleicht sei der nicht allzu groß und verflüchtige sich schnell. Aber der erzeugte Impuls wirke und sei Teil der Transformation der Dinge. Wirkung und Transformation liegen eben nahe beieinander.
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