Zuerst habe er gedacht, so sagte Jürgen zu mir, dass diesmal von Myriades Photos in der Impulswerkstatt kein Impuls für ihn ausgehe. Beim ersten Überfliegen habe ihn nichts von dem, was Myriade als Bild eingestellt habe, angesprungen. Hier der Link: >>> Myriades Impulswerkstatt >>> Aber das habe sich verdammt schnell geändert.
Da sei dieses Photo von der Baumrinde gewesen, das ihn zu zwei Kritzeleien am Frühstückstisch auf der Tageszeitung verleitet habe. Dann das Ganze durch das Photogramm auf dem iPhone gejagt und das Ergebnis habe zwar visuell nicht mehr viel mit der Baumrinde zu tun, und sei vom Ergebnis her gewöhnungsbedürftig, aber immerhin. Aber es gehe ja schließlich um den Impuls. (Fortsetzung folgt)
Jürgens Gitarre, Sony NEX 5, Objektiv mamiya sekor sx, f=55mm/1,8
Da hat ihn wohl jemand angesteckt. Der Amateurfotograf, Link hier: >>> amateurphotograph <<<, hat von seiner Leidenschaft der “Altglasfotografie“ berichtet. Das bedeutet nicht, das man einen Altglascontainer oder Altglasflaschen fotografiert, sondern das man mit alten Objektiven fotografiert, liebevoll Altglas genannt. Jürgen kamen seine alten Objektive und seine alte Spiegelreflexkamera wieder in den Sinn. Das ist die Kamera, die er sich als Student vom Munde abgespart hat, und die er wie einen Schatz hütet bzw. liebt. Mit der allerdings in Zeiten des Verschwindens von analogem Filmmaterial kein Fotografieren mehr möglich scheint.
Dann wenigstens der Einsatz der Objektive hat sich Jürgen wohl gesagt und eine gebrauchte Systemkamera Sony NEX5 für 59 Euro gekauft, einen Adapter für die Objektive, eine Speicherkarte besaß er noch, und dann legte er los.
Seine erstes Bild mit dem alten Objektiv und der neuen Kamera habe ich oben gezeigt. Warum tut er das jetzt? Er liebt seine alte Spiegelreflexkamera, die aus der Zeit gefallen ist, für die es kaum noch Filme gibt und die so herrlich unhandlich in der Handhabung ist: Motiv suchen, Bildausschnitt bestimmen, scharf stellen, Blende auswählen, Tiefenschärfe beachten und all diese Dinge: Langsames Fotografieren. Und dabei geht einiges schief. Das genau aber ist es: Bilder mit Fehlern, darin besteht der Reiz.
Das hier sind ausgewählte Aufnahmen der ersten zwei Tage :
Jürgen hat mir sehr breit erzählt wie er sich die Zukunft mit dieser Kamera vorstellt: Fotoskizzen für Zeichnungen erstellen, Fotos zum Thema Zwickel und Stoffe, Fotos unperfekt und mit zufälligen Fehlern, kleine Fotoprojekte, Fotoexpertimente mit Filtern oder billigen Vorsätzen, Fotos vom Basismaterial für die OrtsMarken, Fotoskizzen, die die Druckskizzenbücher ergänzen, Schwarzweiß – Fotografie, Fotobücher und und und. Mein Gott, meinte er, da gebe es so vieles, was man fotografisch machen könne und was die Holzschnitte und Zeichnungen ergänze, ihnen vielleicht sogar zuarbeite.