Altglasfotografie: sich vertraut machen

Jürgen denkt nach. Soll ja nicht schaden. Es geht um die Bedeutung der Fotografie in seinem Arbeiten. Bisher hat die Fotografie zugearbeitet, Skizzen geliefert, Anregungen gegeben, dokumentiert und die Bilder für den Blog, Instagram und Facebook geliefert. Sie war untergeordnet. Jetzt entwickelt sich da offenbar wieder etwas Eigenständiges, indem Jürgen die alten Objektive auf der gebraucht gekauften Systemkamera verwendet.

Offenbar werden der Inhalt und der Gehalt des Bildes wieder wichtigerer. Gut, das Technische ist ja beim Fotografieren nicht unbedeutend und einige der Fotografen fokussieren sich sehr stark darauf. Die Bilder sind Beiwerk, die Technik ist das Zentrum. Bei Jürgen ist das genau umgekehrt. Wenn da ein Thema existiert und die Fotografie ist das geeignete Mittel, um die wichtigen Anliegen in eine Form zu bringen, dann wird sie eben verwendet. Das nimmt offenbar zur Zeit an Bedeutung zu.

Sein zentrales Thema sind momentan die Faltungen. Und das ist auch ein eigenständiges Thema für das Fotografieren. Damit wurde nun ein Thema von ihm gefunden, bei dessen Umsetzung er die neue Kamera und ihre Handhabung mit den Altgläsern erlernen wird. Er werde sich vertraut machen. Sagt er.

Es geht bei diesem Kennenlernen offenbar um Folgendes: Ausloten der technischen Möglichkeiten, das Spiel von Blende und Tiefenschärfe, das Scharfstellen insgesamt, das Spiel von Schärfe und Unschärfe, das Slow – Fotografieren, die Handhabung von zwei Objektiven und Zwischenringen, das Unscharfe als gestalterisches Mittel, die Nachbearbeitung in Fotoprogrammen.

In dieser Kennenlernphase steckt er jetzt mittendrin.

Buchalov

17 Gedanken zu „Altglasfotografie: sich vertraut machen

  1. Na denn mal tou, lieber Jürgen, bin gespannt.
    Aus meiner Sicht ist Technik nur eins, das eigene Auge hingegen ist das Wesentliche. Aber nun, die eine sieht es so, der andere anders.
    Herzlichst, Ulli

    • Nein, liebe Uli, das sehe ich auch so. Die fotografisch – kreative Idee steht im Zentrum, das Auge setzt sie um und die Technik ist das Hilfsmittel. In diesem Dreiklang wird daraus ein vernünftiges, manchmal ein gutes Bild.
      Liebe Grüße
      Jürgen

      • Liebe Petra!
        Das ist schade, denn es war ein langer Beitrag, den ich jetzt so auch nicht mehr zusammen bekomme.
        Im Kern ging es darum, dass wir wohl Beide infiziert sind und mich Deine Arbeiten begeistert haben, dass ich sie mir morgen noch einmal anschauen werde, auch wegen der Netze, und dass ich mich sehr darüber gefreut habe, dass ich anregend gewirkt habe – so etwas ist ja ein großes Kompliment, danke also!
        Das war jetzt die Kurzform. Die Wirkungen des Beitrages gehen tiefer.
        Alles Gute, Liebe Grüße
        Jürgen

  2. Das klingt ja sehr spannend, Jürgen, und ich wünsche dir Freude bei den Experimenten. Mit Altglas spielt wohl sehr der Zufall mit, da nicht alle Teilbereiche von Kamera und Objektiv miteinander „sprechen“. Aber du weißt solche Effekte ja auch zu schätzen, glaube ich.

    • Ja, gerade diese altbackene Form der Fotografiererei finde ich spannend: keine automatische Blende, keine automatische Scharfstellung, in Ruhe alles ausloten und und und. Manche billigen Objektive erzeugen Fehler, die spannende Ergebnisse liefern.
      Genau das macht es spannend.
      Liebe Grüße

      • Meistens schalte ich die Automatik meiner Kamera zwar auch aus … aber Überraschungseffekte wie die alten Linsen liefert die moderne Technik nicht – da sind noch nicht einmal absichtliche Fehleinstellungen ein Ersatz.
        Auf deine Bilder freue ich mich jedenfalls schon und gehe derweil den umgekehrten Weg: ein bisschen zeichnen 🙂

  3. Lieber Jürgen,

    wenn ich die Symptome richtig deute, hat Dich das Altglasfieber so richtig erwischt.
    Kenne ich nur zu gut von mir 😀 Diese Slow-Fotografie das ist auch eine Sache die mir sehr an der Altglasfotografie interessiert.

    Technik wird total überbewertet 😀 Deshalb experimentiere ich auch mit Teillinsen oder anderen Dingen die Licht brechen. Habe gerade wieder mein Kollimatorobjektiv neu aufgebaut und wieder Bilder damit gemacht. Die ersten Bilder werden demnächst bei mir zu sehen sein.

    Das Spiel mit Freistellen, unschärfe etc finde ich total faszinierend, aber da sage ich Dir ja nichts neues 😀

    LG Bernhard

  4. Ein früher für mich beeindruckender Aspekt der Faltungen bei meiner Fotoausrüstung war das Balgengerät.
    Ich denke auch darüber nach die alten Objektive in einer Systemkamera zu neuem Leben zu erwecken. Hast du da was gutes gefunden?
    Liebe Grüße, Joachim

    • Lieber Joachim!
      Ich habe mir für kleines Geld bei „Ebay Kleinanzeigen“ eine Systemkamera (Sony NEX5) und einen Adapter gekauft und meine alten M42 – Objektive von meiner analogen Spiegelreflexkamera damit reaktiviert. Das wars.
      Liebe Grüße
      Jürgen

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