Das war eine Steilvorlage. Dieses Bild von diesem Schattenmann (siehe hier: >>>> ) passte wie die Faust aufs Auge. Jürgens Serie mit solchen Motiven heißt “der Schatten ist der Zwilling”. Die hingeworfene Zeichnung in Tusche mit einer Faltung am Ende des Blattes war dann nur noch ein Klacks. Bitte schön Myriade!
Der erster Impuls: das Photo mit der Rinde des Baumes, von Jürgen vom Bildschirm abfotografiert, gesehenen in der Impulswerkstatt von Myriade, s. hier: >>>>
Der zweiter Impuls: ein Bildausschnitt dieses Bildes, mit der Foto-App auf dem iPhone erstellt.
Der dritter Impuls: eine Tusche-Skizze, im Atelier so zwischendurch angelegt.
Der vierte Impuls: Faltungen der Tuscheskizze zu zwei freien Papierobjekten.
Und was hat ihn zu dem Ganzen bewogen? Die Antwort ist einfach: Er wollte spielen!
Also: Schnelltest für Jürgen und Antje und dann ab ins Zwickelbüro. Das wurde nämlich geöffnet. So sah es gestern, vorgestern und vorvorgestern aus. Den Termin hatten sie schon lange vereinbart. Jürgen hätte ihn fast vergessen, wegen der Arbeit an seinen Faltungen. Daher hat er jetzt versucht beides miteiender zu verbinden: die Untersuchungen zu den Faltungen und die Offenheit des Zwickelthemas.
Antje hat im Lager von Jürgen herumgestöbert und alte Druckstöcke herausgesucht und mit ihren frischen, vorbereitenden Hintergründen zusammengebracht. Eine malerische Bearbeitung hat dann manche ihrer Arbeiten abgeschlossen.
Jürgen Schwerpunkt war der Zwickel und die Faltungen. Entstanden sind dabei zwei Zwickelbücher, gefaltet, klein und mit Zeichnungen versehen auf bedrucktem Papier. Dann gab es ein großes Zwickelbuch, ebenfalls gefaltet, mit gedruckten Motiven, fast wie eine Tapete, und dann mit Tusche und Buntstift skizzierend ergänzt.
Auch ein Zwickelbuch mit Klappbildern von Zwickeln, die mal Reste von Zwickeln als Monotypien waren, hat er begonnen. Einzelne Seiten enthalten dabei Popup Elemente. Auch im Vorhaben „Projektohnenamen“ gab es ein Ergebnis: eine Antwort an Susanne mit zum Teil gefalteten Bildteilen. Aber dazu gibt es mehr zu sehen in einem eigenständigen Blogbeitrag.
Zwickelformen
Vielleicht sollte ich noch etwas über die Gesrächsthemen schreiben: Wertigkeit von Kunstmachen im eigenen Leben, Oberflächen und Faltungen, Vorder- und Hintergrund und die Einheit im Bild, das Malerische und das Druckgrafische, wann redet das Werk zu einem, was hat Kunstmachen mit Disziplin und Organisiertsein und planvollem Vorgehen zu tun, wie ist das mit dem Zufall, wie backt man ein gutes Brot?