Botschaften 1- 3

Ich habe gestern Juli Zeh kennengelernt – zwar nur flüchtig, in Ihrer Bühnengarderobe, aber immerhin. Meine Freundin Ula und ihre Freundin Wes haben sie bei einer szenischen Lesung zu ihrem neuen Buch „Corpus delicti“ hier bei uns im Ort unterstützt. Unser Kulturkreis hatte sie eingeladen.

Sie ist Raucherin und eine verdammt gute Erzählerin. Und hat Botschaften – so sagte sie anschließend im Gespräch.

Botschaft 1: Leute, denkt bitte nach! Reflektiert selbstkritisch die gesellschaftlichen Dinge.

Botschaft 2: Seid wachsam!

Botschaft 3: das Buch „Corpus delicti“ ist ein politisches Buch, mit einem kleinen Schwenk des moralischen Zeigefingers. Das, was dort als Science Fiction eines totalen Staates gezeigt wird, ist heute mit den aufgezeigten Methoden schon machbar. Die staatliche Pflicht zur Erhaltung der persönlichen Gesundheit als fürsorglich getarntes diktatorisches Element, nicht der direkte staatliche Zugriff wie in den traditionellen totalen Systemen und wie man dazu stehen kann, das ist ihr Thema. Es geht um „Freiheit und Sicherheit“, um die Frage, wieviel Freiheit gebe ich für das Gefühl der Sicherheit auf und wann hat mein Leben einen Sinn: in der Abwesenheit von Schmerz und Unsicherheit oder im Risiko von körperlichem Verfall mit der Konsequenz der letzten Stunde und dem Erleben von Unglück, um zu begreifen, was Glück bedeutet.

Davon hat sie gelesen und erzählt.

Buchalov

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