#4 Qualität

Die Frage nach der Qualität des Gezeigten wird im Netz, so mein persönlicher Eindruck, wenig  gestellt. Man lobt, zurecht, die gesehenen Bilder und Texte, sagt, ob einem dieses und jenes gefällt. Mehr nicht. Welche Maßstäbe sich hinter „gefällt mir“ befinden, bleibt offen.

Die direkte Frage nach der Qualität kommt nicht auf. Ist unser Kunstbegriff schon so offen, dass wir dies nicht mehr für nötig halten? Oder traut sich keiner von uns Bloggern diese Frage zu stellen, weil die Qualitätsfragen auch immer Fragen nach den Maßstäben der Bewertung sind und auch unbequeme Antworten beinhalten könnten? Die Benennung von Maßstäben kann ja auch eine Einengung des allgemeinen und eigenen Kunstbegriffes bedeuten. Sie ist zudem ganz schön schwierig.

Ich geh davon aus, dass jeder von uns vor der Veröffentlichung seiner Dinge im Netz eine“ innere“ Kontrolle eingebaut hat. Nach welchem Muster funktioniert die? Was sind da die Orientierungspunkte?  Lasst uns drüber schreiben!

Kommentare

3 Antworten zu „#4 Qualität”.

  1. Avatar von klaus

    Das ist eine interessante Anregung. Und Qualität generell ein schwieriger Begriff. Ich selbst habe im Netz die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, Kritik adäquat auszudrücken, so dass sie nicht verletzend wirkt und somit auch tatsächlich zu einer produktiven Auseinandersetzung führen kann. Vielleicht geht das vielen auch so, so dass Dinge, die einem besonders gefallen, gelobt werden, Dinge, mit denen man erstmal nicht so viel anfangen kann, schweigend stehen gelassen werden (wobei natürlich nicht alles, was unkommentiert bleibt, zwangsläufig nicht etwas sein muss, mit dem man nichts oder wenig anfangen kann…). Eine Auseinandersetzung im Netz, warum man jetzt etwas gut findet oder nicht ist wohl deshalb schwierig zu führen, weil man die Menschen, die sich hinter den blogs verbergen, nicht wirklich kennt. Und um sich über Qualitätskriterien zu unterhalten, sollte man jemanden in all seinen Argumentationen einschätzen können, um seine Position richtig zu interpretieren.
    Wobei ein solcher Versuch nicht uninteressant wäre: „finde ich gut“ sagt natürlich etwas über den Gutfinder, weniger über die entsprechend zur Debatte stehenden Arbeit.
    Also: „finde ich gut, weil…“ wäre da schon ein wenig weiterführend.
    Auf einen Versuch käme es an.
    Eröffnen wir einen Extra-blog, auf dem wir uns in der gegenseitigen Besprechung von eigenen (oder fremden) Arbeiten Qualitätskriterien erarbeiten.
    Einen Versuch wäre es wert.
    (Aber schlussendlich werden wir zu dem Ergebnis kommen, dass, wenn sich bestimmte Kommentatoren zu Wort melden, wir wissen werden, warum dieser oder jene dieses oder jenes aus diesem oder jenem Grund gut oder schlecht finden wird. Qualität in der Kunst bleibt ein schwammiger, immer neu zu verhandelnder Begriff. Aber wie gesagt: auf einen Versuch käme es an…)
    P.S.: ich wär‘ dabei—

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    1. Avatar von juergenkuester

      Hallo Klaus!
      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Das, was Du schreibst, kann ich in allen Belangen nachvollziehen.
      Ich sehe es auch so, dass die Frage der Qualität im Zusammenhang mit den Menschen, den „Produzenten“ und Ihren Absichten, Überlegungen etc. gesehen werden muß, dies aber im Netzt aufgrund der fehlenden Tiefe der Kontakte und Unkenntnis der künstlerischen Positionen nicht möglich ist.
      Auf die Idee, einen Blog zum Thema einzurichten, bin ich bisher nicht gekommen. Das werde ich im Blick halten und durchdenken. Danke für die Anregung und Dein Angebot, dabei zu sein.
      Gruß Jürgen

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  2. Avatar von klaus

    Gerne. Hatte heute morgen nochmal ein Gespräch zu diesem Thema, und mich dann erinnert, dass wir auch während des Studiums eine kleine Gruppe ins Leben gerufen haben, die sich regelmäßig alle 14 Tage getroffen hat, um sich über Zeichnungen bekannter und unbekannter Künstler auszutauschen. Das war eine interessante Veranstaltung, die durchaus die Standpunkte durcheinander gebracht hat. Vielleicht wäre so etwas ähnliches auch für einen blog denkbar…
    Einen Versuch wäre es wert.
    Viele Grüße.

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