Wirkung ja: darin waren sie sich einig. Kunst hat Wirkung. Jedes Werk hat Einfluss auf den Betrachter als Rezipient und beeinflusst das Bewusstsein. Aber das sei eine banale Erkenntnis, da dies für alle Dinge des Lebens gelte, die wir mit unserer Wahrnehmung aufnähmen.
Veränderung durch Kunst? Ja, sagte Juergen. Nein, meinte Rudolf der Bildhauer.
Und genau zu diesem Zeitpunkt der Diskussion traf ich die beiden. Während der eine vom Glauben an die Veränderung sprach und dass er genau wisse, dass dies nicht messbar sei, dass aber Kunst auf das Bewusstsein wirke, kleinschrittig zwar, und daher zwangsläufig auch zu verändertem oder in Nuancen veränderten menschlichen Verhalten führe. Dieser Eine war Juergen. Mit dem moralischen und belehrenden Zeigefinger rumzulaufen sei allerdings unsinnig, ergänzte er.
Rudolf der Bildhauer dagegen lehnte dies grundlegend ab, da es spekulativ sei, sich der Messbarkeit entziehe und nur als Vorwand zur eigenen Rechtfertigung künstlerisch- gesellschaftlicher Aktivitäten diene. Damit machten sich die Künstler „selbst froh“ und versuche seine Aktivitäten zu legitimieren.
„Zu was den die Kunst dann diene?“, fragte Juergen. Und Rudolf meinte: „Sie dient nur uns, den Künstlern, unserem Selbst. Sie wirkt durch unser eigenes Tun nur auf uns, die Macher. Wir verändern uns durch unsere Kunst!“
Buchalov

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