Geschichten zeichnen

Er rief mich an, elektrisiert, und fragte, ob ich mit ins „Museum Folkwang“ nach Essen fahre, Ausstellungsthema „Geschichten zeichnen“. Das passte ja gut zu dem, was wir gestern in Kleve gesehen hatten.

Und Juergen war mehr als begeistert als er mit mir durch diese Ausstellung ging. Er fand sich mit seinen Arbeiten wieder, er fühlte sich in der Arbeit mit „KGB“ bestärkt, er sah das, was er auch machte.

Vier Punkte haben ihn ungemein angesprochen. Darüber hat er im Auto auf der Rückfahrt unentwegt geredet: Erstens das vielfältig Narrative in den Zeichnungen aller Vertreter. Zweitens das Konzeptionelle der Arbeiten. Drittens die zeichnerische Perfektion und die zeichnerische Energieleistung. Und viertens die Kombination von Zeichnung und Film in animierten Künstlerfilmen.

Ich konnte merken, dass ihm das Alles einen massiven gedanklichen Schub gab, weil sich Juergen mit seinen Arbeiten wiederfand, er war dem, was er da gesehen hatte sehr nahe und wenn das die Speerspitze des Zeichnerischen in der zeitgenössischen Kunst war, dann befand er sich auf Augenhöhe. So meinte er.

Und deshalb hier noch einmal der Link zu seinen Videos und einem Beispiel, dass ich unten zeige. Und der Hinweis an Boris den Maler, diese Ausstellung unbedingt noch bis zum Wochenende zu schauen. Dann endet sie nämlich.

Buchalov

Kommentare

3 Antworten zu „Geschichten zeichnen”.

  1. Avatar von susannehaun

    Die „Kombination von Zeichnung und Film in animierten Künstlerfilmen“ beschäftigt mich auch sehr. Ist es in unserer heutigen Zeit nicht auch die logische Schlussfolgerung zur Weiterentwicklung der Zeichnung …. also die moderne Zeichnung?

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    1. Avatar von juergenkuester

      Hallo Susanne!
      Es gibt sicherlich einige Möglichkeiten der Weiterentwicklung des zeichnerischen Mediums. Eine davon habe ich auch in Essen im Folkwang gesehen. Schau hier mal rein: http://linesfiction.de/lfd/. Zeichnungen als dokumentarisches Tagebuch und das Narrative der Zeichnung überhaupt sind aber ebenfalls Möglichkeiten, die ich dort zu sehen bekam und die ausgesprochen spannend waren.
      Die Schwierigkeit besteht aber auch darin, gerade bei den animierten Sachen, den eigenen Stil zu wahren, die eigene Handschrift deutlich werden zu lassen. Beispiel: Bei der Verwendung von Kohle und Animation ist man schnell in der Kentridge-Ecke. Ich habe mir daher im Atelier eine kleine Bühne gebaut, auf der ich arbeite und experimentiere und ich versuche zudem das digitale Zeichnen für mich so auszubauen, dass es meine Handschrift zeigt und aus der „Kentridge-Ecke“ oder der landläufigen kindlichen „Zeichentrick-Ecke“ rausführt.
      LG Juergen

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      1. Avatar von susannehaun

        Danke für deine Antwort und den Link, Jürgen. Der Link ist ein echter Hit und wird mich weiter bringen.

        Ja, den eigenen Stil in der Animation zu finden ist genauso schwer, wie überhaupt den eigenen Stil finden.

        Ich habe mir jetzt im Urlaub beim sitzen am Fluß in einem kleinen Bergdort in der Emilia Romagna viele Gedanken dazu gemacht. Die Gedanken habe ich sowohl als Animation, als Film und als Zeichnung festgehalten. Dabei kam mir der Strom des Wassers und der Steine sehr zu Gute. Ich werde alles in der nächsten Zeit verarbeiten.

        Die Idee eine eigene Ecke dafür im Atelier aufzubauen finde ich klasse. Ich überlege im Moment auch daran, wie ich Präsentation und Arbeit von Zeichnung und Animation zu einem harmonischen Ganzen zusammensetzen kann.

        LG Susanne

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