die Bleistiftübung

Juergen sagte mir, dass er nun schon zum zweiten Mal über diese „Bleistiftübung“ gestolpert sei. Einmal sei es vor langer Zeit Gerda Kazakou gewesen, die darauf verwiesen habe und zum zweiten sei ihm jetzt bei der Beschäftigung mit der „Transformation“ das Thema wieder untergekommen.

Mit der Bleistift- Übung sei folgendes gemeint:

„Gut. Schauen Sie sich diesen Bleistift genau an, seine Form, seine Farbe, die Schattenwürfe, die Spitze. Nehmen Sie ihn in die Hand und fühlen sein Gewicht, seine Oberfläche, das Material.
Wechseln Sie den Fokus und fragen: Woher kommt das Holz, wo stand der Baum, wie hat man ihn gefällt, in eine Fabrik transportiert und verarbeitet? Aber vielleicht wenden Sie sich auch dem Graphit oder dem Lack zu.
Dann legen wir den Fokus auf Design und Preis. Gefällt ihnen der Bleistift? Wenn sie bedenken, wie viel Arbeit darin steckt, was müsste Ihr Bleistift dann kosten?
Und weiter: Wieso gibt es überhaupt Bleistifte. Was sind ihre «Ahnen»? Möglicherweise führen ihre Gedanken in eine Steinzeithöhle, wo Jäger mit rußigen Stöcken Jagdszenen an die Wand malen…“ (Quelle: https://www.anthroposophische-gesellschaft.org/fileadmin/Agid/Dateien/Mitteilungen/1610_agid_mitteilungen_s.pdf“)

Jürgen meinte, dass diese Übung gut in seine eigene Art und Weise des Vorgehens passe, wenn er sich einem Thema annähere. Er entwickele Fragen und versuche aus den Fragen heraus konkrete Handlungsmöglichkeiten oder -Aufträge zu benennen, die vielleicht Klärungen herbeiführen könnten. Die Fragen kreisen den Themengegenstand ein. Das tut die Bleistiftübung ebenfalls. Jürgen nennt seine Methode das rhizomartige Vorgehen, und sie ist ein wichtiger Teil seiner künstlerischen Philosophie.

Buchalov

5 Gedanken zu „die Bleistiftübung

  1. Es gefällt mir, das du dein Verhältnis zum Bleistift hinterfragst. Ihn würdigst. Gerade lese ich ein spannendes Buch von Franz Berzbach „Formbewusstsein“ Eine kleine Vernetzung der alltäglichen Dinge. Kurzbeschreibung: „Während wir uns an den abstrakten Sinnfragen abarbeiten, übersehen wir die überschaubare und gestaltbare Wirklichkeit.“ Unbedingt empfehlenswert. Liebe Grüße, Marie

  2. Finde ich sehr schön, dass du gerade jetzt auf diese Übung zurückkommst, Jürgen, und sie in den Zusammenhang deiner Arbeit stellst. Die Bleistiftübung ist sehr vielgestaltig, sie kann mit jedem von Menschen hergestellten Gegenstand durchgeführt werden und ist in Zeiten, wo wir allzu sehr ins Digitale abgedrängt werden, wundervolll geeignet, die Aufmerksamkeit auf das sinnlich Wahrnehmbare und die dahinter wirkenden Gestaltungskräfte zu richten. LG Gerda

    • Hallo Gerda, genau, das sehe ich das auch so. Eines wird allerdings vorausgesetzt: ein klares Interesse an der tiefergehenden Betrachtung der Dinge und Prozesse. Ich halte die Methode auch geeignet, um gesellschaftliche Prozesse genauer zu untersuchen. Dies gilt insbesondere momentan für die gesellschaftlichen Verwerfungen im Coronajahr und auch den Staatsstreich von oben in den USA.
      Liebe Grüße
      Jürgen

  3. There is so much to like here – the sketch, which is very lively, the idea of the pencil exercise, which to me, drills down into the essence of things, and the idea of the rhizome approach, which emphasizes the interconnectedness of everything. 🙂

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