„Hoogen Dyck notes“ | erste Fotos, die beim Skizzieren helfen.

Das Zeichnen vor Ort soll ja die direkteste Art der Auseinandersetzung sein mit dem, was einen da so fasziniert. So sagen und schreiben einige. Das Zeichnen auf der Grundlage von Photos dagegen scheint bisweilen verpönt.

Jürgen zeichnet eigentlich immer von Photos ab, wissend, dass natürlich das Photo schon einen ersten Filterungsprozess durchlaufen hat. Jürgen ist das gleichgültig, denn das Photo wird er nicht Eins zu Eins abbilden, sondern das Photo dienst als Inspiration und grobe Orientierung. Es ist das, was er beim Zeichnen als Anstoß benötigt. Weil seine zeichnerischen Fähigkeiten begrenzt sind – er behauptet sogar immer, er können nicht zeichnen – flüchtet er sich gerne in das freie Zeichnen, die grobe Abbildung, dass Rudimentäre, Grobe, nicht in die unbedingt realistische Wiedergabe.

Die jetzt hier gezeigten Fotos bilden Eindrücke vom „Hoogen Dyck“ und seiner Umgebung ab, und dienen ihm als Vorlage für die ersten zeichnerischen Aktivitäten zum Thema. Sie sind ein Einstieg.

Buchalov

8 Gedanken zu „„Hoogen Dyck notes“ | erste Fotos, die beim Skizzieren helfen.

  1. Interessanter Gedanke, dass das Zeichnen nach Photos immer noch verpönt sei, ich teile diesen Eindruck und gleichzeitig , weiß ich, dass es viele tun und immer mehr zugeben. Ich sitze gern im öffentlichen Raum und lese, schaue…, aber zeichnen, dabei fühlte ich mich meist zu exponiert. Außerdem entspricht es nicht meiner Arbeitsweise, ich breite mich gern aus und mag es nicht, wenn alles wackelt und fliegt…
    Meist verwende ich meine eigenen Aufnahmen, sie sind meine erste visuelle Notiz und in dem Moment, wo ich den Auslöser drücke, treffe ich bereits viele Entscheidungen und Festlegungen, oft intuitiv. Es gibt bei mir spätestens beim Sortieren verschiedene Kategorien, Photos als Photos und welche, die ausschließlich dazu dienen, ein Motiv festzuhalten. Insofern ist das Photo Teil meines Prozesses, damit bin ich absolut im Reinen.

    • Liebe Eva!
      Du sprichst mir aus der Seele, und besser hätte ich es nicht formulieren können.

      Es kann natürlich sein, und ich glaube es ist auch so, dass die vielen Vorentscheidungen bewußt unbewußt getroffen werden, dass aber vieles genau nicht bedacht werden kann, und dass das Photo dann auch diese Möglichkeiten des Zufalls enthält. Das liebe ich, darauf baue ich geradezu und bilde mir ein, dass es mir immer geholfen hat aus den gängigen Mustern auszubrechen.
      Liebe Grüße, schönen Abend wünsche ich Dir,
      Jürgen

    • Liebe Ulli!
      Es kann schon sein, dass dieser Punkt „des verpönt seins“ von mir ein wenig überformuliert wurde.
      Und ich bin selbst gespannt, was ich zustande bringen werde, Liebe Grüße

  2. Ich habe den Eindruck, dass du beim Fotografieren bereits grafisch unterwegs bist. Es ist ein Teil deines Bildfindungsprozesses. Ich erinnere mich an Mackes Fotos aus Tunesien, die hatten eine ähnliche Funktion. Sicher gibt es noch viele weitere Beispiele dafür. Es ist nicht nur legitim, sondern sogar anzuraten, so vorzugehen, wenn man die in der Natur gesehenen Strukturen in seiner Kunst nutzen will..
    .
    Ich selbst arbeite ganz anders: entweder zeichne ich direkt vor der Natur und versuche sie möglichst genau zu erfassen, aber nicht, um sie dann in ein Gemälde o.ä. zu übersetzen, sondern um der Sache selbst willen: ich will sie wahrnehmen. Eine zweite Möglichkeit ist für mich das möglichst genaue Kopieren eines fotografierten Objekts (zB Insekt), das ich nicht in der Natur beobachten kann. Auch Fotos von Menschen nutze ich gelegentlich. Eine dritte Möglichkeit ist, vollkommen ohne Vorlage zu arbeiten, frei hingegeben nur dem, was sich zwischen der Leinwand (dem Papier) und mir abspielen will. Dabei rufe ich innerlich gespeicherte Bilder ab, Die Kontinuität ist in mir, in meinem Leben gegeben.

    • Hallo Gerda!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es gibt ja immer verschiedene Wege sich den Dingen anzunähern, um sie zu fassen und zu begreifen. Jeder hat da so seinen eigenen Ansatz. Der Weg über das Zeichnen ist einer und ich habe mit Interesse von Deinen drei zeichnerischen Ansätze gelesen: Wahrnehmung, genaues kopieren und freies Zeichnen. Ich werde mir überlegen, wo ich mich da wiederfinde.
      Alles gute, Gruß
      Jürgen

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