kreativer Plan!?

IMG_0846Bisweilen wird er gefragt, was er denn so künstlerisch mache und was sein kreativer Plan sei. Ich glaube, er weiß das gar nicht so genau. Juergen schweigt dann oder laviert sich so durch. Oder er gibt dann Standardantworten, die er sich im Laufe der Zeit zugelegt hat und die es auch irgendwie treffen:

„Ich weiß gar nicht, ob ich ein Künstler bin.

Ich mache das, was viele Menschen ebenso tun: suchen und fragen.

Ich erstelle Holzschnitte, zeichne, fotografiere, schneide kleine Filme und baue auch kleine Objekte. Es ist der Mix eben.

Nachdenken, einfach über die Dinge und Beziehungen nachdenken.

Ich will einfach mehr wissen. Ich will erfahren, was hinter den Dingen steckt.

Aus den Begegnungen mit den Menschen lerne ich.

Ich hole mir den Honig da, wo ich ihn finde.

Inhalte und Gehalte sind schon wichtig.

Ich tue eigentlich nichts. Ich will nur spielen.

Ausstellungen sind mir schon wichtig. Aber sie sollen zu mir kommen. So hätte ich es gerne.“

So etwas sagt er dann, einfach so. Und ich weiß nicht, ob er das ernst meint, oder ob es darum geht, einen Zustand der Unsicherheit zu kaschieren.

Buchalov

17 Gedanken zu „kreativer Plan!?

    • Liebe Susanne!
      Ich wüsste nicht warum.
      Du siehst mich als Künstler. Das freut mich. Und ich kokettiere damit, vielleicht keiner zu sein. Das setzt immer einiges in Gang in Gesprächen und Treffen, insbesondere die Klärung der Frage, was denn einen Künstler nun wirklich ausmacht. Auch das freut mich. Und klärt.
      LG Juergen

      • Gespräche setzt es sicher in Gang. Aber gibt es nicht auch eine andere Möglichkeit, Gespräche in Gang zu setzen, ohne die eigene Existenz in Frage zu stellen?
        Ist es nicht falsche Bescheidenheit einen Zustand zu verneinen, der doch durch Leben und Werk so klar hervortritt?
        Oder ist es „das Fangen nach dem Lob“?

      • Liebe Susanne, jetzt geht es aber fast schon öffentlich ans Eingemachte.
        Ich muss widersprechen: meine Existenz stelle ich damit nicht in Frage, wirklich nicht. Ich „provoziere“ aber Reaktionen zur Sichtweise meiner Rolle.
        Auch falsche Bescheidenheit trifft es nicht, denn das bin selbstkritisch gesehen nun wirklich nicht.
        Dein Hinweis auf „fishing for compliments“ ist das Nachdenken wert. Da könnte unbeabsichtigt was dran sein.
        LG Juergen

      • Lieber Jürgen,
        ich hatte auch schon wegen „öffentlich ans Eingemachte“ ein schlechtes Gewissen.
        😦
        Da du öffentlich und nicht auf meine Mail geantwortet hast, habe ich auch öffentlich geantwortet…..
        Nun ja, du hast also recht, diese Frage löst sofort eine Unterhaltung aus….
        Ich denke wir verschieben die Diskussion auf unser nächstes Treffen…..
        LG Susanne

  1. Vielleicht darf ich an den alten Beuys-Spruch erinnern: „Hiermit trete ich aus der Kunst aus!“. Was heisst das, was bedeutet das, dieses Wort „Künstler“? Ich finde auch, man sollte dies immer wieder hinterfragen. Und was man selbst dabei für eine Rolle einnimmt. Ist das nicht einfach nur ein nichtssagendes Etikett, das alles und nichts bedeuten kann? Eine banale Berufsbezeichnung? Und ja, was passiert, wenn man diesen Begriff für sich ablehnt? Ich bezeichne mich selbst auch nicht so, ich mag dieses Wort eigentlich nicht, kann es aber zwischenzeitlich akzeptieren, wenn mich andere so nennen (wobei es ja immer eine andere Nuance haben kann, je nachdem, wer das sagt; bei manchen spüre ich, welche klischeehaften Vorstellungen darüber mitschwingen, bei anderen ist es durchaus als Kompliment gedacht…ach ja). Ich muss grade unwillkürlich an einen ehemaligen Dozenten der Mainzer Uni denken, der tatsächlich mal allen Ernstes einem Polizeibeamten gegenüber gesagt hat: „Wir sind ja alle Künstler, wir stehen nicht von halb elf Uhr morgens auf!“ Das war mir ausgesprochen peinlich. Weil es für mich auch nicht gestimmt hat.
    Ich würde an Jürgens Stelle den ersten Punkt auch weglassen, auch wegen der Koketterie, die dahintersteckt, aber auch weil dies schlichtweg eine unwesentliche Überlegung ist.

    • Sag ich doch. Und stimme Dir zu. Früher hat mich die Frage, ob ich Künstler sei, stark beschäftigt. Heute ist sie nicht mehr von Belang für mich.
      Aber wenn in Schubladen gedacht werden muss, ist die Beschreibung „Künstler “ ja ganz hilfreich.
      Gruß Juergen

  2. lasse ich mal die Frage beiseite, ob ja oder doch nicht … Künstler sein ist eben eine Facette des Ganzen, oder nicht?!
    Was mir gefällt ist die (zurechtgelegte) Antwort: ich tue eigentlich nichts, ich will nur spielen … das mache ich auch am liebsten 😉 und dann holt man sich eben den Honig, wo er gerade ist …

    herzliche Grüße
    Ulli

  3. Pingback: es war einmal … once upon the time … |

  4. Ich kokettiere auch gerne. Ich sage oft: „Ich bin kein Künstler. Ich bin Maler.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf.

    Eigentlich ist es mir egal, was ich bin. Ich definiere mich über das, was ich tue.

    Mein Leben lang malte & zeichnete ich. Das mag ein Fehler gewesen sein. Ich wollte nie Künstler werden. Im Gegensatz zu den meisten meiner Zeitgenossen, die als Kinder bestimmt genau so viel oder so wenig malerten wie ich, hörte ich eben damit nie auf. Bis zum heutigen Tag.

    So einfach ist das.

    Als ich mit dem Studium der Malerei begann, hatte ich keine Vorstellung vom „Beruf“ des Künstlers. Vielleicht habe ich noch heute keine Vorstellung. An der Hochschule hatten viele Kommilitonen Vorstellungen. Nicht alle betreiben heute noch die Kunst.

    Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, dass ich meine Zeit mit umständlichen Vorbereitungen vertrödele. Vorbereitungen, Künstler zu werden.

    Ich bin anspruchslos. Gebt mir Raum, Zeit, Papier & Bleistift & lasst mich ansonsten in Ruhe!

    Manchmal glaube ich, Vieles, was ich tue oder was mich interessiert, ist überhaupt nicht Künstler-like. Zum Beispiel liebe ich Actionfilme. Ich lese gerne Krimis. Mein Hang zu Banalem.

    Überhaupt, kam ich sehr spät mit der hohen Kunst in Berührung. Und nun stecke ich mittendrin.

    Schon seltsam.

    • Hallo Armin!
      Danke für Deine Beitrag. Ich habe ihn gerne gelesen. Besonders der Hinweis, dass vieles, was Du tust, nicht Künstler-like ist. Genau so geht es mir ja auch. Es fließt alles, wirklich alles, das Banale genauso wie das Wichtige, in meinem „kreativen Lebensding“ zusammen. Für mich hat immer alles mit allem in mir zu tun.Und deshalb bin ich wahrscheinlich kein Künstler, denn diese Rolle scheint mir anders festgelegt.
      Aber wie Du schon schreibst: eigentlich ist es mir auch gleichgültig. Ich mache mein Ding, mit Bedacht, und fertig.
      Alles Gute,
      LG Juergen
      P.S. Natürlich ist es auch Koketterie, wenn ich diesen Satz in meinen Gesprächen so von mir gebe. Und er soll ein wenig provozieren.

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