Dies und das zu “dem Schatten und dem Zwilling”

„Dies und das“ bedeutet, dass ich Juergen dabei beobachtet habe, wie er bei seinem momentan täglichen Zeichnen und Skizzieren dem Stift freien Lauf läßt. Es geht aber offensichtlich immer um sein Thema „der Schatten ist der Zwilling“. Wobei: Verdoppelungsmotive finden sich ja überall. Und Gelb in Kombination mit Schwarz und Grau geht ja auch immer und tut keinem weh. Vielleicht sind das alles auch nur Fingerübungen.

Buchalov

OrtsMarken – neue Skizzen

Juergen und ich sind wieder unterwegs, schon seit einigen Tagen, mit dem Wohnmobil. Dann ist das Posten im Blog von unterwegs nicht ganz so einfach, aus technischen Gründen. Eine Blogpause möchte ich aber auch nicht machen.

Aber da Juergen unterwegs zeichnet, nicht so kontinuierlich, aber immerhin, zeige ich jetzt einige der OrtsMarken, die in den letzten Tagen den Weg ins Skizzenbuch fanden. Diese Zeichnungen entstehen eigentlich immer auf der Basis von Fundstücken, die er an den Orten, wo er steht, aufnimmt und verarbeitet.

Warum, wieso, weshalb und dann in dieser Form , das ist sicherlich einen gesonderten Beitrag wert. Die Beschäftigung mit einer Theorie des Ortes könnte das sein.

Einen Versuch hat er schon mal unternommen. Hier der Link: https://juergenkuester.net/2019/08/26/ort-platz-stelle-ein-paar-gedanken/

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„als Lato sich isolierte“: Tag 12 – 14

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Vierzehn Tage lang habe er nun ein zeichnerisches und fotografisches Tagebuch geführt. Jetzt sei es genug. So Juergen. Die Pandemie sei nicht vorbei, das nicht. Juergens zeichnerisches Tagebuch aber ende nun nach vierzehn Tagen.

Juergen meinte, dass diese sich selbst auferlegte Pflichtaufgabe ihm sehr geholfen habe. Wenn er über die Summe der Zeichnungen schaue, werde ihm die ungeordnete Situation von vor zwei Woche mehr als deutlich. Doch jetzt kehre so langsam bei ihm eine gedankliche Klarheit zum Thema „Corona“ ein, die sich auch in der Klarheit der Zeichnung widerspiegele. Die innere Unsicherheit, die Schübe an ängstlichen Momenten, habe er hinter sich gelassen.

Der Abschluss falle ihm aber auch deshalb leicht, weil er mit den letzten Zeichnungen fast zufällig beim Blättern in einem Kunstband ein Bild gefunden habe, dass alle Komplexität des Coronageschehens für ihn bündele: Atlas, der Titan, stemmt den Himmel, trägt die Last, trägt eine Last. Er ist damit gebunden und unfrei, er erfüllt seine ihm von Zeus auferlegte Pflicht und muss ertragen, muss als Strafe tragen, was ihm auferlegt ist. Dieses Bild läßt in den aktuellen Bezügen vieles zu.

Juergen weiss, dass in vielen historischen Abbildungen nicht der Himmel, sondern die Erdkugel von Atlas getragen wird – wohl der optischen Wirkung wegen.

Mal schauen, ob es bei Juergen zu weiteren Bildern führt.

Tag 12: zusammenrücken

Tag 13: es vervielfältigt sich

Tag 14:  die Last tragen

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„als Lato sich isolierte“: Tag 8 bis 11

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Von Gewöhnung nach mehr als einer Woche kann keine Rede sein: die Quarantäne in Zeiten von Corona mit sozialer Isolation ist ein Ausnahmezustand für die Gefühle und bleibt eine Zustand der Beschneidung der Freiheit. So empfinden wir Beide das. Die Zeichnungen, die Fotos und die Notwendigkeit den Tag mit einer Überschrift zu versehen, das alles gibt Juergen allerdings im Ausnahmezustand eine Struktur.

Tag 8: es wird enger

Tag9: es zentriert sich

Tag 10: da bündelt sich was

Tag 11: maximal zwei

in der Mitte sein

Ulrike erzählte mir, das sie zum Strand gehe, morgens, langsam, aufmerksam und den Sand, dann das Meer auf sich wirken lasse. Sie suche ihre Mitte. Dann sei alles gut.

Und Juergen hörte zu, und schaute erst skeptisch, und fand das aber dann doch nach einigem überlegen einen bedenkenswerten Gedanken und eine nachahmenswerte Haltung.

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Parzelle 268: #6

Parzelle, Parcela, Ort, Platz, Stelle: darum geht es. Und um das, was Juergen dort sieht, was ihm wichtig ist, was er wahrnimmt, was er zeichnet: alles, was auf dem Papier landet, geht durch diesen Filter.

Und der Filter, das sind

Motive, die nur auf dieser Parzelle existieren, nichts darüber hinaus

Motive, die eine Verfremdung zulassen oder wünschen

Motive, die zu den schon vorhandenen Formen auf dem Papier passen, auf welches sie gezeichnet werden

Motive, die charakteristisch für diese Stelle sind

Motive, die Juergen nicht übergehen konnte und die ihm nahe sind.

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heute soll es nur ein Bild sein

Heute soll es nur dieses eine Bild sein, zu einem in letzter Zeit punktuell immer wiederkehrenden Thema: Liebe – Glaube – Hoffnung. Wobei Juergen Wert darauflegt, dass dies nicht religiös gemeint ist, sondern eher lebensphilosophisch. Na ja!

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der freie Blick

Der freie Blick aufs Wasser und die Boote – die Ruhe – die zentrale Lage, optimal für sternförmige Fahrradtouren – und nochmal die Ruhe, die das Zeichnen fördert – das sonnige Wetter, na ja, gemischt mit den friesischen Winden und Wolken – das an irgendeinem Kanal sitzen und auf die vorbeifahrenden Boote schauen – überhaupt diese vielen und einzigartigen Boote – und das Unkomplizierte eben.

Das ist Akkrum, Friesland. Dort, wo wir auf unserer Tour durch Friesland in den Niederlanden nun gelandet sind.

Und dann gibt es noch die Liste der Schiffsnamen, die Juergen zwischendurch angelegt hat und die mit ihm irgendetwas machen:

Lady M

Future

Ricky

Adventure

Bella Donna

Marvin

Sunrise

Fee

Pia

Anke

Emma

Sunny

Maria

Nemo

Vespucci

Sharky

Jesse

Friendship

Skyline

Marlitt

Ida

Accord

Selina

Emma

Marianne

Alma

Saturnus

Aurora

Roxi

Lady Bianca

Jacoba

Beluga

Annabell

Dylan

Captain Jack

Syrah

Verano

Marie-Elise

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man könnte sagen…

Man könnte sagen: hat man einen friesischen Yachthafen gesehen, hat man alle gesehen. Das könnte man sagen. Aber das ist definitiv falsch. Lemmer ist nicht Sloten und Sloten ist nicht Workum und Workum ist nicht Akkrum.Und da stehen wir nun momentan auf unserer Reise durch Friesland.

Fuer Juergen ist jeder Ort anders, weil die OrtsMarken des jeweiligen Ortes es ihm mehr als deutlich sagen. Das ist der Anfang der Unterschiedlichkeit für ihn.

Hier einige OrtsMarken, die von

Lemmer:

von Sloten:

von Akkrum:

Einige halten ja das mit den OrtsMarken für keine sonderlich tragfähige Idee. Fuer Juergen ist das anders. Die Vorlagen für seine Zeichnungen fallen ihm nicht vor die Füße. Er geht die Orte ab und sucht. Und im Suchen begreift er, wo er sich befindet. Und was die Besonderheiten des Ortes sind.

Und er kann das Künstlerische, das ihn umtreibt, mit seinem unsteten Reiseleben in Einklang, zu einem Ganzen, bringen. Die vielen ortsabhängigen Eindrücke erhalten eine sie verbindende Überschrift. Perfekt!

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Sloten

Es soll, so Wikipedia, die kleinste Stadt in den Niederlanden sein: Sloten. Das ist auch so eine Behauptung, na ja. Aber klein ist diese Stadt schon.

Es gibt den Kanal, links und rechts die mehr als alten Häuser, die Windmühle, die Kanonen, das grobe Kopsteinpflaster, das Abendläuten, die schnatternden Gänse und das Gefühl von stehengebliebener Zeit. Wenn da nicht die Touristen wären: Fahrradtouristen, Wohnmobilisten, sehr viele Menschen von den angelandeten Booten, Autotouristen, Jugendgruppen und und und.

Dennoch: das Städtebauliche gibt einem das Gefühl einer Wanderung im 16. Jahrhundert – bis hin zum Pranger. Ich fragte mich sogleich, als ich ihn sah und berührte, ob ich brav gewesen sei. Der Pranger als Zeichen wirkte also noch immer. Juergen lachte.

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