Sonntagstour

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Die Sonne schien. Also bin ich mit Juergen los, im Auto, eine Sonntagstour, nicht all zu weit, nach Arcen, das liegt in Holland, hier bei uns um die Ecke, direkt an der Maas.

Und es war klar, weil es immer so ist. Während wir am Ufer der Maas entlanggehen, lief wieder eines dieser Grundsatzgespräche ab. Diesmal ging es um Grenzen. Bleibt ja auch nicht aus, wenn man an diesem geschichtsträchtigen Fluss entlangläuft: geografische Grenzen, die Grenzen in uns, wie einen die Anderen eingrenzen können, wie es um die Freiheit steht, im allgemeinen und im besonderen, wie wir den anderen Freiheiten zugestehen können und sollen und müssen und oft nicht wollen, dass jeder von uns an seine Grenzen stößt und wie er damit umgeht, dass Grenzen überwinden sehr viel mit Energien zu tun hat, dass Grenzen auch Sicherheit bedeuten, was es bedeutet, wenn man  seine persönlichen Grenzen öffnet, wie mit Unsicherheiten umgegangen werden kann, wie das Fremde uns ängstigt, wenn es an unsere Grenzen klopft und und und.

Es wollte einfach kein Ende nehmen und ich war froh, als wir dann beim roten Genever und den Pfannkuchen im Zentrum von Arcen zur Ruhe kamen.

Auf der Rückfahrt haben wir geschwiegen.

Buchalov

9 Gedanken zu „Sonntagstour

  1. um Grenzen zu überwinden braucht es auch Mut, fiel mir gerade noch flugs ein …. aber sicherlich habt ihr auch daran gedacht.
    Ich denke auch an das Haus an der Grenze, dies war mein Ausbildungsort, das Haus war tatsächlich das letzte in der französisch sprechenden Schweiz, direkt hinter dessen Garten begann Frankreich … da wir dort eben auch immer und immer wieder mit unseren eigenen Grenzen konfrontiert wurden, hätte es kein stimmigerer Ort für diese Erfahrungen sein können, mal ganz abgesehen von dem Getue an einer solchen Grenze ….

    ein Artikel, der weiterdenken lässt- danke dafür und herzliche Grüße
    Ulli

    • Ich wohne ja hier an der holländischen Grenze, in zehn Minuten bin ich in Venlo, und bin mittlerweile sehr froh darüber, dass dieses Grenzgetue der Zöllner der Vergangenheit angehört: ein Lob auf das Schengenabkommen. Die unterschiedliche Lebensweise der Holländer und deutschen wird von mir als sehr belebend empfunden, nicht als Grenzüberschreitung oder Erweiterung der Grenzen. Ähnlich geht es mir bei meinen Fahrten mit dem Wohnmobil.
      Die Grenzen im Kopf sind eher das Problem. Die aktuelle Diskussion über die Zuwanderung und hier im speziellen aus Bulgarien und Rumänien, die bei vielen mit denen ich in meinem Umfeld drüber spreche, auf Ausgrenzung angelegt ist und dennoch stets beteuert, dass man ja nichts gegen diese Menschen habe, aber … mein sei auch nicht inhuman oder fremdenfeindlich, aber… , zeigt dies beispielhaft.
      Oder wenn ich wie gestern einen Holzschnitt herstelle, dessen Motiv, wenn man es so sehen will, muss man aber nicht, einen Penis darstellt und der dann für Diskussion bei einigen Leuten in der Ateliergemeinschaft sorgt: kann man das, geht das, wie wirkt das, verkauft sich das? Aber eigentlich geht es um die heimlichen Bilder im Kopf und die ästhetische Grenze.
      Alles Gute, LG Jürgen

      • die Grenzen im Kopf, bestückt von den Ängsten, Vorurteilen und vielen moralischen Aspekten, die, so finde ich, immer wieder überprüft werden müssen, was gehört wirklich zu mir- da wird so vieles einfach nur nachgeplappert oder übernommen, nur weil man selbst nicht denken will? aber vielleicht ist es auch weniger das Denken bzw. Nichtdenken an sich, als das Spüren und Nichtspüren- mir sagte vor ein paar Jahren mal eine Physiotherapeutin, dass sie oft mit Menschen arbeiten muss, die sich überhaupt nicht spüren, das gab mir zu denken …
        drum … bleiben wir bei unserem, wie z.B. einen Penis als Holzschnitt … öhm … wie prüde sind wir schon wieder und was spricht gegen einen Penis bei all den vielen Brüsten?

        ich sehe schon, ein weites Feld, aber eins, das mir gefällt

        herzliche Grüße
        Ulli

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