Netze, die wuchern

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Es geht Juergen mittlerweile um Netze, die sich über oder in Gegenstände oder Arrangements hineinbewegen. Sie wuchern. Rhizome wuchern auch. Und beides ist für ihn thematisch nahe beieinander. Und wichtig. So sagt er.

Ich habe ihn gefragt, wohin es denn nun bei diesem Thema gehe.  Er wisse es nicht, sagte er. Er taste sich heraus. Er suche Netze. Er fotografiere Netze. Und er zeichne sie. Und er verbinde sie mit Gegenständen oder Dingen, die er interessant finde. Er fange sie mit den Netzen sozusagen ein. Er glaube mit Sicherheit, dass die Netze eine besondere Bedeutung hätten, doch welche, das sei noch zu klären. Manchmal denke er, dass dies vielleicht auch ein zu belangloses Thema sei. Aber dann spüre er, wie er sich festbeiße, und dann sei klar, dass es Bedeutung habe. Für ihn.

Buchalov

7 Gedanken zu „Netze, die wuchern

  1. wohin es ihn wohl führt? auf dem ersten Bild sehe ich eine Bündelung von „roten Fäden“, mit denen Ulli sich vorwärtstastet.
    Ich habe zeitweise In meine Bilder Netze eingeklebt, zB hier : https://gerdakazakou.com/2018/04/10/rueckblende-malerei-masken-2013/ oder netzartige Architektur gemalt, zB hier: https://gerdakazakou.com/2018/05/19/rueckblende-malerei-baustelle-oder-lost-place/. Ob Jürgen wohl eine Verwandschaft darin sieht? .

    • Liebe Gerda!
      Mein Hintergrund ist folgender: ich habe bei den Fundstücken, die mir als Basis für die OrtsMarken dienen, ein Netzteil in Montroig gefunden, und habe es wiederholt gezeichnet. Bei der Arbeit im Atelier im Winter ist mir dieses Motiv danach immer wieder über den Weg gelaufen und hat auch dazu geführt, dass ein Großteil meiner Papierobjekte mit einer Netzstruktur versehen wurden. Und mir ist klar geworden, dass die Netzstruktur etwas Existentielles ist und zu den gestalterischen Basics zählt. Ich werde den Ansatz weiter verfolgen.
      Für mich ist das ein vollkommen eigenständig der Ansatz, der aber, so glaube ich, mit den Arbeiten von Ulli und deinen Arbeiten korrespondieren kann.
      Und wohin es mich führt? Bin gespannt.
      Liebe Grüße Juergen

      • Ich erinnerte mich, wie du auf das Thema gekommen bist, auch im Zusammenhang mit dem Rhizom. Ich verstehe, dass das Netz eine gestalterische Grundform ist – und dass du da etwas möglicherweise für dich (und nicht nur) sehr Wichtiges gefunden hast. Meine Arbeiten und auch die von Ulli sind natürlich ganz anders begründet, es ist nur eine oberflächliche Ähnlichkeit, die mir auffiel.

  2. Lieber Jürgen,
    auch ich habe schon oft und viel über Netze sinniert. Einerseits muss ich sie immer fotografieren, wenn sie mir begegnen, besonders Fischernetze, aber auch Spinnennetze u.ä., das andere ist die Vernetzung an sich, das unterirdische Netz von Pilzen und Bäumen, worüber sie miteinander korrespondieren und vieles mehr. Korrespondenz aber gehört für mich zum Thema Netze unbedingt dazu.
    Deine Arbeiten zu diesem Thema gefallen mir alles sehr! Und ich freue mich auf ihren Fortgang.
    Liebe Grüße
    Ulli

    • Liebe Ulli! Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Darstellung Deines persönlichen Bezuges zum Thema. Den Aspekt des Netzes als Kommunikationsmittel werde ich mal näher untersuchen.
      Es freut mich, dass Dir die Skizzen gefallen.
      Liebe Grüße
      Juergen

  3. Dass „die Netzstruktur etwas Existentielles ist und zu den gestalterischen Basics zählt“ findet meine volle Zustimmung. Das gilt für meine Bilder auch schon ziemlich lange. Und dieses Jahr habe ich für dieses Thema bereits einen Ordner angelegt und auch aufgefüllt. In meinem Quasi mobile 1 (https://pawlo.wordpress.com/2019/04/16/quasi-mobile/) gibt es Netzstrukturen. Aber doch ziemlich anders als bei dir. Auch ans „Rhizom“ bei dir musste ich mich erst mal ranpirschen. Das finde ich allerdings um so spannender. Hier sehe ich jetzt auch etwas Neues in deinen „wuchernden “ Netzen. Da ist ja die Verbindung zu den Rhizomen. Meine Assoziationen bei deinen Bildern: diese Netze hier sind eher be-oder erdrückend, einengend, überwuchernd, manipulierend, im Griff habend… das brauchen nun gar nicht deine Assoziationen sein. Doch das mächtige-starke Schwarz der Netze und die kleinen, in die Enge getriebenen farbigen Stellen bestärken mich auch noch darin… Mit lieben Grüßen, Petra

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