das Dekorative

IMG_6265Juergen war heute, als ich ihn besuchte, der Meinung, dass das Dekorative in den Arbeiten der  Ateliergemeinschaft und auch bei ihm ein ständiges Thema sei.

An seinen Druckstöcken sei ihm das Problem mal wieder deutlich geworden. Die Druckstöcke seien nun mal Druckstöcke, und wenn er sie abschließend zu Wandobjekten mache, erhielten sie eine neue Funktion, würden thematisch neu gefüllt, was nicht immer einfach sei, durch Übermalung würden die Druckspuren zum Teil beseitigt und sie würden halt „schön“.

Aber das wolle er eigentlich nicht. Und er stehe dann immer vor dem Problem, die Wandobjekte mit einem Gehalt aufgepumpt zu haben und gleichzeitig die Ästhetik des Dekorativen brechen zu wollen oder zu müssen, weil er es eben nicht schön haben wolle.

Was ist eigentlich „schön und dekorativ“, habe ich gefragt.

Buchalov

For my english readers:

When I visited him today, Juergen guessed, that the decorative work was a constant theme in the studio community and even with him. It was becoming clear to him by doing his own woodcuts.

Kommentare

4 Antworten zu „das Dekorative”.

  1. Avatar von Armin

    Anbei ein Link zu einem guten Artikel zur Schönheit in der Kunst. Schwieriges Thema. Spaltet auch mich. Immer wieder.

    http://www.revierpassagen.de/1226/wille-zur-schonheit/20110609_1557

    Like

    1. Avatar von juergenkuester

      Hallo Armin,
      danke für den Link, wird gelesen.
      Deinen Hinweis auf Facetime zu Reckwitz „Erfindung der Kreativität“ fand ich sehr spannend. Das wir sicherlich meine Ferienlektüre im April.
      Alles Gute, Juergen

      Like

  2. Avatar von klaus

    „Kitsch ist die Verneinung der Scheiße“, soweit erstmal mein diesbezügliches Lieblingszitat aus „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera. In meinem Studium musste ich ganz viel darüber nachdenken, was das denn nun sei, diese „Schönheit“. Das ist aber ein schönes Blatt! Wieso? Alle wussten ständig, was schön sei und was nicht, nur mir blieb das rätselhaft. Ich flüchtete mich in solche Begriffe wie gut oder nicht gut. Und beschloss, dass dieses zwar auch sehr zweifelhafte Begriffe seien, die man jedoch in Bezug auf bestimmte Rahmenkriterien für bestimmte Situationen halbwegs in den Griff bekommen konnte. „Schön“, beschloss ich irgendwann, finden wir all das, was uns bestätigt und nicht weh tut. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Mir wurde da auch schon heftig widersprochen. Ich finde die Definition aber immer noch gut (sic!). Nicht zuletzt habe ich auch die Vogel-Serie aus diesem Grunde gestartet, mit der ständig drohenden Gefahr der Niedlichkeit des Motivs. dies so durchzudeklinieren, dass ich es „gut“ finde, bzw. zumindest ertragen kann. Wieweit kann ich es drehen und wenden, dass es für mich erträglich ist. Schönheit als solche ist in der Regel ja eher meist langweilig und uninteressant…oder?

    Like

    1. Avatar von juergenkuester

      Hallo Klaus!
      Ein ewiges Thema. Ich kann mich erinnern, dass ich dies im Blog schon mehrmals aufgegriffen habe.
      Die Schilderung Deiner persönlichen Historie zum Thema „Schönheit“ vertieft die Betrachtung und Dein erster Satz ist literarisch ein echter Knaller.Und den letzten Satz kann ich voll unterstreichen.
      LG Juergen

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Armin Antwort abbrechen

More posts